Kanadischer Finanzdienstleister will Reuters
Thomson bietet bis zu 13,2 Mrd. Euro
Der kanadische Finanzdaten-Dienstleister Thomson Financial strebt nach Medienberichten ein "freundliches Übernahmeangebot" der britischen Finanznachrichtenagentur Reuters an.
Vertreter von Reuters und Thomson hätten sich diese Woche getroffen, um eine Übernahme zu diskutieren, berichtete die "Financial Times" am Samstag. Das Angebot hätten Unternehmenskreise als "freundlich" beschrieben.
Unabhängigkeit wahren
ValueAct, Reuters zweitgrößter Anteilseigner, habe zugesagt, ein Angebot von Thomson zu unterstützen.
Für eine Übernahme müssen jedoch die Direktoren der Founders Share Company überzeugt werden, die darüber wachen sollen, dass Reuters unabhängig bleibt. Diese haben das Recht, eine Übernahme mit einer "goldenen Aktie" zu blockieren.
Börsenwert von elf Milliarden Euro
Reuters hatte eine Übernahmeanfrage von einem unbenannten Bieter am Freitag bestätigt. Der Konzern hat derzeit einen Börsenwert von umgerechnet gut elf Milliarden Euro.
Kaufpreis
Thomson könnte die Übernahme mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Thomson Learning, eines Bildungsverlags, finanzieren, der nach Angaben der "Financial Times" sechs Milliarden Dollar abwerfen könnte.
Die Spekulationen über die Höhe eines möglichen Angebots für Reuters schwankten zwischen sechs und acht Milliarden Pfund [8,8 bis bis 13,2 Mrd. Euro].
Zusammen würden Reuters und Thomson den US-Konkurrenten Bloomberg knapp übertreffen und weltweit der größte Anbieter von Marktdaten sein, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Marktbeobachter Inside Market Data Reference.
Rupert Murdoch will "Wall Street Journal"
Die Übernahmeanfrage kommt zu einer Zeit, in der auch News Corp, das dem australischen Medienunternehmer Rupert Murdoch gehört, dem US-Medienkonzern Dow Jones mit seinem Flaggschiff "Wall Street Journal" eine Kaufofferte von fünf Milliarden Dollar unterbreitet hat, die von deren Mehrheitseigentümern bisher abgelehnt wird.
(dpa)
