Flugroboter werden "zivilisiert"
Die Rüstungsindustrie will unbemannte militärische Flugkörper, auch bekannt als Drohnen, nun auch für kommerzielle Zwecke einsetzen.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA startete ein 100 Millionen USD schweres Programm, das Drohnen neben zivilen Flugzeugen im Luftraum einsetzbar machen soll.
Bis dato hat vor allem der Sicherheitsaspekt den Einsatz der Drohnen in der zivilen Luftfahrt verhindert. Kritiker befürchten, dass Drohnen ohne weitere Eingreifmöglichkeit über bewohntem Gebieten abstürzen könnten.
Ein Großteil der Gelder soll daher laut NASA-Projektmanagement in die Entwicklung von Technologie investiert werden, mit deren Hilfe Drohnen andere Flugobjekte erkennen und ihnen ausweichen können.
Der Global Hawk
Vor kurzem erteilte die zuständige US-Behörde, die Federal
Aviation Administration [FAA], dem "Global Hawk" von Northrop
Grumman, der 2001 in einem Aufsehen erregenden Nonstop-Flug von den
USA nach Australien geflogen war, eine offizielle Fluggenehmigung
für die USA.
Flugroboter erobern den LuftraumStart von zivilen Flughäfen
Der US-Luftwaffe erteilte die FAA ein "nationales Autorisationszertifikat" [COA], um den Global Hawk RQ-4 als erstes unbemanntes Flugobjekt fast überall im zivilen Luftraum über den USA einzusetzen. Der RQ-4 soll bei Missionen des Ministeriums für Heimatschutz [Homeland Security] im nationalen Luftraum dienen.
Die Drohne darf zu großen Teilen uneingeschränkt über den USA fliegen, solange der Flugplan fünf Tage vorher bei der FAA bekannt gegeben wird und das Fluggerät höher als [umgerechnet] 12,2 Kilometer bleibt.
Die Konzession gilt jedoch nur für eine Drohne und geht der Industrie nicht weit genug. Sie will Drohnenflüge wie bemannte Flüge anmelden können und von zivilen Flughäfen anstatt von Luftwaffen-Stützpunkten starten lassen. Zudem würde die Auflage, zahlreiche Drohnen durch ein Flugzeug samt Piloten eskortieren zu müssen, deren Einsatz erheblich verteuern, so die Argumentation.
Die NASA trägt mit 100 Mio. USD den Hauptteil der Kosten. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium und der FAA entwickelt. Die Industrie, darunter Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman, sollen weitere 30 bis 40 Mio. USD zur Entwicklung der Technologie, Simulationstests und taktischer Eckpfeiler für die Nutzung des Luftraums beitragen.
Erster echter Luftkampfroboter hebt abFlughafenerlaubnis kostet extra
Damit Drohnen von zivilen Flughäfen abheben können, müssten jedoch weitere 200 bis 300 Mio. USD zusätzlich aufgebracht werden, vor allem um ein FAA-Zertifikat für die Landevorrichtung zu erhalten und um das Flughafenpersonal entsprechend zu schulen, wünscht sich die Industrie.
In dem Programm sollen Drohnen vorerst in einer Höhe von 40.000 Fuß [rund 12,2 Kilometer] fliegen und damit höher als der meiste kommerzielle Luftverkehr. Nach fünf Jahren soll die Höhe auf 18.000 Fuß [rund 5,5 Kilometer] verringert werden.
Damit könnten Drohnen Grenzen überwachen und Waldbrände erkennen, auch den Transport von Frachtgut will die Industrie propagieren. Sie erhofft sich dadurch den kommerziellen Durchbruch der bis dato vor allem für militärische Zwecke eingesetzten Drohnen und dadurch neue Einnahmequellen.
