Österreichs Robokicker sind Vizeweltmeister
Mit einem hervorragenden Ergebnis für das österreichische Team ist am Freitag die Roboterfußball-WM zu Ende gegangen.
Musste man sich bei der Vorjahres-WM in Südkorea noch mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben, errangen die Blechkicker in diesem Jahr auf vertrautem Terrain und vor heimischem Publikum gleich zwei Vize-Weltmeister-Titel.
Damit konnten die engagierten TU-Studenten unter Leitung von Teamchef Bernhard Putz und Peter Kopacek, Leiter des TU-Instituts für Robotertechnik, mit ihren Robofußballern die Erwartungen von Veranstaltern und Zuschauern - man hoffte auf einen Stockerlplatz - bei weitem übertreffen.
In der MiroSot-Klasse wurde zu Mannschaften von drei, fünf und - erstmals bei einer WM - sieben Spielern gespielt.
Das Spielfeld ist - je nach Mannschaftsstärke - zwischen 1,5 und 2,5 Meter lang und 1,3 bis 2,2 Meter breit, gespielt wird mit einem orangefarbenen Golfball.
Alle Ergebnisse der Roboterfußball-WMWeltmeister ist und bleibt Korea
Das Team "Austro Music" setzte sich im Halbfinale der Middle League [5 gegen 5] mit einer spannenden Aufholjagd nach der Pause [von 0:3 Rückstand zu einem 4:3 Sieg] gegen die Dortmund Droids durch und konnte erst von den amtierenden Weltmeistern aus Korea im Finale aufgehalten werden. Die deutsche Mannschaft belegte schließlich den dritten Platz.
In der Large League [7 gegen 7] bezwang das Team Austro-Tech erstmals die starke slowenische Mannschaft [Ljubljana Dragons], die auf Robokicker-Hardware "Made in Austria" vertrauen und nur ihre eigene Software verwenden, und stieß im Finale ebenfalls auf die Spezialisten aus Korea [Team Kinggo].
Im knappen Endkampf wurden die Österreicher nach einem vergebenen Freistoß in der letzten Minuten mit 6:7 leider abermals auf den hervorragenden zweiten Platz verwiesen.
Die Blechkicker
Die österreichischen Roboterfußballer der MiroSot-Klasse [Stückpreis rund 1.000 Euro] sind würfelartige Gebilde mit einer Kantenlänge von exakt 7,5 Zentimetern und einem Gewicht von 600 Gramm.
Nur Zuschauen erlaubt
Die oberste Regel lautet: Die menschlichen Trainer dürfen während des über zwei mal fünf Minuten gehenden Spiels nicht eingreifen, ein externer Computer steuert seine Roboter völlig autonom. Dabei beschleunigen die schlauen Blechwürfel auf bis zu 18 Kilometer pro Stunde.
Kamera überträgt Bilder
Über eine über dem Spielfeld montierte Kamera, die pro Sekunde bis zu 60 Bilder übermittelt, erkennt der Computer "seine Spieler" an den Farben der "Trikots".
Während die einen noch mit vollem Körpereinsatz dabei sind, haben manch anderen schon die Kräfte verlassen. Insgesamt wurden bei der diesjärhigen WM 160 Spiele durchgeführt, bei denen 1.490 Tore fielen.
Ausschnitt eines Spiels der österr. Kicker zum DownloadZweite Roboterfußball-WM "RoboCup"
Die Roboterfußball-WM der "Federation of International Robot-Soccer-Association" [FIRA] ist nicht zu verwechseln mit der Weltmeisterschaft des zweiten Robokicker-Verbandes, dem "RoboCup".
Diese unterscheidet sich vor allem durch die wesentlich größeren Spieler, die in der so genannten Königsklasse, der Middle-Size-League, etwa einen halben Meter groß und 80 Kilo schwer sind.
Die Roboter beinhalten dabei alle Sensorik, Rechenleistung und Energieversorgung und agieren auf dem 12 x 7 Meter großen Spielfeld völlig autonom.
Österreich war bei der diesjährigen WM in Padua mit gleich zwei Teams am Start. Die kleineren Roboter "Vienna Cubes" des Technikums Wien traten in der Small-Size-Liga, das "Mostly Harmless"-Team der TU Graz in der Königsklasse der Middle-Size-League an.
RoboCup 2003 in Padua
