EMTS erhält Verweis von der Börse
Der an der Schweizer Börse notierte österreichische Handy-Dienstleister EMTS hat von der Schweizer Börsenaufsicht wegen gefälschter Bilanzen 2001 einen Verweis erhalten.
Eine Untersuchung habe ergeben, dass das damalige EMTS-Management im Jahr 2001 fiktive Umsätze verbucht und das Konzernergebnis um 2,35 Mio. Euro geschönt habe, teilte die Swiss Exchange [SWX] am Donnerstag mit.
Die Größenordnung der Unregelmäßigkeiten hätte laut Börse "im vorliegenden Fall grundsätzlich für eine härtere Sanktion gesprochen". Die Kooperation der neuen Verantwortlichen sei jedoch als positiv anerkannt worden.
Der Vorstand habe die Öffentlichkeit und die SWX bei Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten "unverzüglich aus eigenem Antrieb und ohne unmittelbaren Druck von außen informiert". Außerdem sei das der erste Verweis gegen EMTS.
Auf eine Geldstrafe - die in einem solchen Fall in der Regel angemessen wäre - werde die Schweizer Börse daher verzichten. Lediglich die entstandenen Verwaltungskosten würden EMTS angelastet, sagte SWX-Sprecher Jürg von Arx auf Anfrage der APA. Dem Vernehmen nach soll es dabei um knapp 5.000 Euro gehen. Die SWX hofft, "dass es der neuen Leitung der EMTS gelingt, die durch die Untersuchung aufgezeigten Probleme rasch und erfolgreich zu bewältigen".
Restrukturierung bei EMTSBilanzmanipulation
EMTS-Chef Christian Rosner beurteilte die Entscheidung der Schweizer Börse am Donnerstag "positiv". Es sei erfreulich, dass EMTS durch eine Geldstrafe der Börse nicht noch zusätzlich belastet worden sei, sagte Rosner zur APA.
Der Verdacht auf Bilanzmanipulation des früheren EMTS-Managements war Anfang dieses Jahres aufgetaucht. Eine Sonderprüfung des Wirtschaftsprüfers KPMG hatte den Verdacht erhärtet.
Auf Basis falscher Umsätze soll der ehemalige EMTS-Vorstand "zu Unrecht erfolgsabhängige Prämien" kassiert haben. Das neue Management hat gegen die frühere Unternehmensführung Strafanzeige erstattet.
