Europas Downloader sind zahlungsbereit
Die europäischen Nutzer von Tauschbörsen sind - entgegen landläufiger Meinung - enthusiastische Musikfans, die mehrere digitale Gadgets besitzen und bereit sind, für Musik und Filme zu zahlen.
Das ergibt eine aktuelle Studie der Marktforschungsfirma Jupiter Research. Demnach handelt es sich bei den Downloadern um regelmäßige CD-Käufer, die sehr wohl bereit sind, in Zukunft für Downloads zu zahlen.
"Sie sind eher bereit, Online-Radio zu hören und die Websites der Musiker zu besuchen. Es gibt schlagende Beweise, dass aus der Gruppe der Tauschbörsen-User die ersten Kunden stammen werden, die künftig legale Download-Plattformen nutzen", so Mark Mulligan, Analyst bei Jupiter Research.
Jagd auf Musik-Downloader
Die Musikindustrie fährt derweil schwere Geschütze gegen
Downloader auf - erstmals werden individuelle Nutzer und nicht die
Unternehmen angegriffen. PR-technisch bedeutet die Jagd auf
Downloader allerdings ein PR-Desaster.
Musiktausch-Boom offenbar ungebrochen69 Prozent haben eigenen Musikplayer
69 Prozent der europäischen Tauschbörsennutzer verfügen über einen digitalen Musikplayer, 16 Prozent planen demnächst eine Anschaffung eines solchen. Die Hälfte verfügt über einen Laptop, ebenfalls die Hälfte über eine Digicam.
Tauschbörsennutzer sehen im Vergleich zudem durchschnittlich doppelt so häufig DVD-Filme. Durchschnittlich wird mindestens ein Film pro Monat heruntergeladen - mehr als in den USA.
Auch sonst unterscheiden sich die Download-Gewohnheiten der Europäer von denen der Amerikaner: In Europa dominieren Netzwerke wie WinMX und eDonkey, während in den USA KaZaA vorherrscht.
5.000 Internet-User befragt
Die Jupiter-Studie ist das Ergebnis einer Befragung von 5.000 Internet-Usern in Großbritannien, Schweden, Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland.
Nutzungsrate steigt schneller als Penetration
Die Nutzungsrate steigt schneller als die Internet-Penetration. "Wir bemerken, dass neue Breitbandkunden früher mit Filesharing beginnen und Stammkunden öfters zum Filetausch bereit sind", fasst Chris Colman von Sandvine Inc. die Ergebnisse zusammen. Sandvine arbeitet mit Providern zusammen, um die Bandbreitenkosten, die durch Filesharing zunehmen, zu vermindern.
Wie Mulligan von Jupiter Communications ausführt, wäre es für die Filmindustrie ein großer Fehler, verhielte sie sich wie die Musikindustrie. Immerhin könnten aus den jetzigen illegalen Downloadern später die treuesten Kunden werden.
