13.09.2003

SCHADLOS

Musiktausch-Boom offenbar ungebrochen

Mit einer Klagewelle versucht der Branchenverband der Musikindustrie, die RIAA [Recording Industry Association of America], die User nachhaltig vom Online-Tausch abzuschrecken.

Doch zumindest nach den Zahlen der Download-Monitoringfirma BigChampagne wurde dieser Zweck bis dato nicht erreicht. Die Nutzerzahlen im FastTrack-Netzwerk, das von KaZaA und Grokster benutzt wird, sollen im Vergleich zum Vormonat sogar gestiegen sein.

Demnach waren in den ersten zehn Septembertagen bis zu vier Millionen User gleichzeitig online, in der ersten Augustwoche waren es nur 3,3 Millionen. Auch das Gnutella-Netz, auf das Dienste wie LimeWire, BearShare oder Morpheus zurückgreifen, soll nicht von abnehmendem Interesse betroffen sein.

21 Prozent gegen harte Maßnahmen

Die RIAA dagegen hält nicht viel von den Umfrageergebnissen. "Unsere Anstrengungen zur Durchsetzung der Verfolgung von Usern haben natürlich Diskussionen zwischen Eltern, Kindern und vielen anderen über die Illegalität des Vertreibens von urheberrechtlich geschützten Musiktiteln und die Folgen davon angeregt", ist ein RIAA-Sprecher überzeugt.

Die RIAA hat ebenfalls eine Umfrage veröffentlicht, wonach 52 Prozent der Befragten die Musikindustrie in ihren Maßnahmen gegen illegale File-Sharer unterstützen. Die Umfrage wurde jedoch zwei Tage vor dem Einreichen von den 261 Klagen gemacht.

21 Prozent der 800 Befragten sollen gegen die harten Maßnahmen gewesen sein. "Diese Resultate zeigen, dass unsere Botschaft definitiv angekommen ist", so Mitch Bainwol, RIAA-Chairman und Chief Executive.