"E-fit" mit Microsoft
Die Schule müsse "E-fit" sein, meinte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer [ÖVP] und unterzeichnete am Mittwoch einen Dreijahresvertrag mit Microsoft.
Durch das "Austrian College and High school agreement" würde den Bundesschulen ein "optimaler Software-Zugang" gesichert.
Schon jetzt würden Österreichs Schulen bei der Computerausstattung allerdings an der EU-Spitze liegen. Sieben Schüler müssten einen Computer miteinander teilen. In den deutschen Schulen stehe ein Computer für 22 Schüler zur Verfügung, so Gehrer in einer Pressekonferenz.
Aus der "Computermilliarde" seien 35,2 Millionen Euro in den weiteren Ausbau der IT-Infrastruktur investiert worden. Und die Schulen würden die gute Ausstattung nützen: So seien bereits 308.000 Einzelprüfungen zum Computerführerschein abgelegt worden, und 8.300 Schüler würden an 125 unterschiedlichen Schulen Notebook-Klassen besuchen, stellte Gehrer fest. Außerdem gebe es bereits an nahezu allen Schulen Internet-Zugang.
Projekt "E-Learning" ist voller ErfolgGebühren
Derzeit wird laut Gehrer außerdem eine große Initiative zur Erneuerung der Hardware an den Gymnasien durchgeführt. So sollen heuer noch 5,35 Millionen Euro in Neuerungen im IT-Bereich der AHS investiert werden.
Notwendig wären noch entsprechende Weiterbildungen bei den Lehrern, so die Bildungsministerin.
Der Vertrag mit Microsoft werde auf drei Jahre abgeschlossen. Die jährlich anfallenden Kosten für das Bildungsministerium betragen dabei 2,58 Millionen Euro. Von diesem Vertrag würden die rund 46.500 PCs an den Bundesschulen auf einmal erfasst, und die Budgets der einzelnen Schulen würden dadurch erleichtert, erläuterte Gehrer.
Während die Schulen früher für jeden PC eine Lizenzgebühr an Microsoft zu entrichten hatten, würden sie nun nur noch eine Pauschalgebühr von 62,15 Euro für das Startpaket und dann 29,20 Euro pro Halbjahr für die Medienbereitstellung und den Versand der neuesten Version bezahlen müssen.
Österreichs Schulen sind onlineOpposition warnt vor Abhängigkeiten
SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser warnte unterdessen im Zusammenhang mit der Bildungskooperation mit Microsoft "vor einer Abhängigkeit von internationalen Konzernen":
"Die Lehrerinnen und Lehrer sollten die Schülerinnen und Schüler anleiten, bei der Suche nach Software auch auf Alternativen - auf billigere und bessere Lösungen - zu achten und die Möglichkeit eröffnen, Open-Source-Produkte weiterzuentwickeln", forderte Niederwieser.
Keine Schule dürfe gezwungen werden, etwa die Produkte von Microsoft kaufen zu müssen, meint Niederwieser weiter und rät zum verstärkten Einsatz von Open-Source-Produkten.
Im Dezember 2003 hatte das Bildungsministerium noch durch ein Linux-Projekt Schlagzeilen gemacht:
Östereich: Ein "Sehr gut" im Fach Linux
