10.09.2003

SCHULEN

"E-fit" mit Microsoft

Die Schule müsse "E-fit" sein, meinte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer [ÖVP] und unterzeichnete am Mittwoch einen Dreijahresvertrag mit Microsoft.

Durch das "Austrian College and High school agreement" würde den Bundesschulen ein "optimaler Software-Zugang" gesichert.

Schon jetzt würden Österreichs Schulen bei der Computerausstattung allerdings an der EU-Spitze liegen. Sieben Schüler müssten einen Computer miteinander teilen. In den deutschen Schulen stehe ein Computer für 22 Schüler zur Verfügung, so Gehrer in einer Pressekonferenz.

Gebühren

Derzeit wird laut Gehrer außerdem eine große Initiative zur Erneuerung der Hardware an den Gymnasien durchgeführt. So sollen heuer noch 5,35 Millionen Euro in Neuerungen im IT-Bereich der AHS investiert werden.

Notwendig wären noch entsprechende Weiterbildungen bei den Lehrern, so die Bildungsministerin.

Der Vertrag mit Microsoft werde auf drei Jahre abgeschlossen. Die jährlich anfallenden Kosten für das Bildungsministerium betragen dabei 2,58 Millionen Euro. Von diesem Vertrag würden die rund 46.500 PCs an den Bundesschulen auf einmal erfasst, und die Budgets der einzelnen Schulen würden dadurch erleichtert, erläuterte Gehrer.

Opposition warnt vor Abhängigkeiten

SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser warnte unterdessen im Zusammenhang mit der Bildungskooperation mit Microsoft "vor einer Abhängigkeit von internationalen Konzernen":

"Die Lehrerinnen und Lehrer sollten die Schülerinnen und Schüler anleiten, bei der Suche nach Software auch auf Alternativen - auf billigere und bessere Lösungen - zu achten und die Möglichkeit eröffnen, Open-Source-Produkte weiterzuentwickeln", forderte Niederwieser.

Keine Schule dürfe gezwungen werden, etwa die Produkte von Microsoft kaufen zu müssen, meint Niederwieser weiter und rät zum verstärkten Einsatz von Open-Source-Produkten.