28.08.2003

AFFÄRE

Prodi will vor Kommission aussagen

Der EU-Kommissionspräsident Romano Prodi will als Zeuge vor der parlamentarischen Kommission aussagen, die in Rom Klarheit über den Skandal um die Telekom Serbia schaffen will.

Dabei geht es um Schmiergelder, die angeblich im Zusammenhang mit dem Kauf eines 30-prozentigen Aktienpakets der Telekom Serbia durch die Telecom Italia im Jahr 1997 gezahlt wurden. In einem Brief an das Wochenmagazin "L'Espresso" betonte Prodi, er wolle seinen Standpunkt klarstellen.

Prodi, der 1997 italienischer Ministerpräsident war, wurde in den vergangenen Tagen vom skandalumwitterten Geschäftsmann Igor Marini erneut beschuldigt, Schmiergelder im Zusammenhang mit der Übernahme der Beteiligung an der Telekom Serbia kassiert zu haben.

"Diffamierende Aktion" und "Verleumdungskampagne"

"Weder als privater Bürger noch als Regierungschef hatte ich damals etwas mit der Übernahme des Anteils an der Telekom Serbia zu tun. Es hätte auch keine Gründe gegeben, warum ich mich um die Übernahme hätte kümmern sollen", schrieb Prodi. Er zeigte sich über die "diffamierende Aktion" und die "Verleumdungskampagne" Marinis entrüstet.

Prodi, Dini und Fassino hätten laut Marini, der sich in Turin in Untersuchungshaft befindet, Schmiergelder in der Höhe von 225 Millionen USD kassiert. 100 Millionen Dollar, die für Prodi bestimmt waren, und 50 Millionen Dollar für Fassino seien auf österreichischen Bankkonten gelandet, hatte Marini behauptet.