US-Bundesstaat will MCI klagen
Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma will eine strafrechtliche Klage gegen den in einem Insolvenzverfahren befindlichen Telekom-Konzern MCI, den früheren Firmenchef Bernard Ebbers und fünf weitere Personen einreichen.
MCI, vormals als WorldCom aktiv, ist in den größten Bilanzbetrug der US-Geschichte in Höhe von elf Milliarden USD [zehn Mrd. Euro] verwickelt.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen und mehreren ehemaligen Mitarbeitern nach Angaben der Zeitung eine Verletzung des Wertpapiergesetzes Oklahomas vor. Das Land wolle beweisen, dass WorldCom und sechs Einzelpersonen, darunter Ebbers, den Investoren absichtlich Falschinformationen über die Gesellschaft hatten zukommen lassen. Diese habe das Unternehmen dann zum Aktienverkauf verwendet.
Es sei unklar, welche Auswirkungen die strafrechtliche Klage oder selbst eine Verurteilung auf die Bemühungen MCIs haben würde, aus dem Schutz des Insolvenzgerichts herauszukommen.
750 Mio. USD für WorldCom-AktionäreUngewöhnlicher Schritt
Der Schritt Oklahomas sei ungewöhnlich, schreibt das "Wall Street Journal". Die Bundesbehörden hätten bereits mehrere Einzelpersonen des Betrugs beschuldigt, aber nicht das Unternehmen selbst, weil dieses bei den Untersuchungen kooperierte.
Der Schritt Oklahomas könne auch andere Bundesstaaten zu eigenen Untersuchungen und Klagen veranlassen.
