Microsoft mit chronischer PR-Schwäche
Microsoft will den E-Mail- und Newsclient Outlook Express nun doch weiterentwickeln.
"ZDNet" hatte letzte Woche unter Berufung auf den Leiter der "Information Worker Product Management Group" bei Microsoft, Dan Leach, berichtet, dass die Software nicht weiterentwickelt würde.
Auf der Website von Microsoft war aber nichts von der geplanten Einstellung zu lesen.
Mit der Einstellung der Gratis-Software hätten viele Firmen auf Microsoft-Alternativen oder den kostenpflichtigen Outlook-Client umsteigen müssen.
Microsoft stellt Outlook Express einInterne Kommunikation mangelhaft
Nach Nutzerprotesten und einer offensichtlich chaotischen internen Klärung des Sachverhalts ruderte Leach jetzt in der Sache zurück:
Demnach war die Einstellung der Outlook-Express-Entwicklung zwar zeitweilig geplant, aber zum Zeitpunkt seines Statements schon wieder verworfen worden.
Leach machte jetzt wiederum gegenüber "ZDNet" das Outlook-Express-Team im Konzern für die Kommunikationspanne verantwortlich. Dieses habe es versäumt, ihn über die aktuellen Pläne zu unterrichten.
Outlook Express Support CenterChronische PR-Probleme
Die neuerliche PR-Panne zeigt offensichtliche Kommunikationsschwächen des größten Software-Konzerns auf:
Erst im Mai hatte sich die Internet-Toilette "iLoo" zu einem waschechten PR-Desaster für Microsoft entwickelt, das anschließend zu harscher Selbstkritik führte und die Öffentlichkeitsarbeit des Software-Konzerns in heftige Turbulenzen stürzte.
Und kurz davor hatten Aussagen zu einer eigenen Suchmaschine die Öffentlichkeit verwirrt.
MSN-Marketing-Chef Bob Visse hatte Anfang April explizit davon gesprochen, dass man Google "immer mehr" als Konkurrenten betrachte. Gleichzeitig betonte Visse, dass sein Konzern "den Kunden ein besseres Such-Tool bieten" könne. Seine Stellvertreterin Malina Bragg sagte allerdings zwei Wochen später, dass diese Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und daher allgemein missverstanden worden seien.
"Klo-Affaire" offenbart MS-PR-Schwächen
