Keine öffentlichen US-Aufträge für MCI
Der US-Telekomkonzern MCI, der unter dem Namen WorldCom im Juli 2002 für die größten Firmenpleite in den USA gesorgt hat, erhält ab sofort keine öffentlichen US-Aufträge mehr.
Die General Services Administration [GSA] hat den Konzern wegen "mangelnder interner Kontrollen und Geschäftsethik" ins Excluded Parties Listing System eingetragen. MCI hat bisher mehr als eine Milliarde Umsatz aus derartigen Aufträgen erwirtschaftet. Bestehende Aufträge sind von dieser Entscheidung jedoch nicht betroffen.
Die GSA hat damit offenbar auf Kritik reagiert, die Anstoß daran fand, dass die US-Regierung trotz der schweren Verfehlungen weiter Aufträgen an MCI vergeben hat. Es sei wichtig, dass alle Firmen und Personen, die mit der US-Regierung Geschäfte machen moralisch und verantwortungsbewusst sind, sagte GSA-Verwalter Stephen Perry.
Aufbau des Ethikprogramms
MCI-Chairman Michael Capellas sagte, die Firma sei gerade im Wiederaufbau seines Ethikprogrammes und man versehe, dass noch mehr zu tun sei. MCI werde daran arbeiten, wieder Geschäfte mit offiziellen Stellen machen zu dürfen, so Capellas weiter.
Eine derartige GSA-Suspendierung für neue Aufträge dauert üblicherweise ein Jahr, während dieser Zeit entschiedet die GSA ob eine noch strengere Strafe namens Debarment, die Firmen bis zu drei Jahren von Regierungsaufträgen ausschließt, verhängt wird.
Zuletzt erhielt MCI den Auftrag ein kleines Mobilfunknetz für US-Zwecke im Irak zu bauen.

