24.07.2003

UNTERHALTUNG

Druck auf Vivendi-Bieter steigt

Die größte amerikanische Kabelfernsehgesellschaft Comcast könnte einem Zeitungsbericht zufolge bei der Versteigerung der Unterhaltungssparte des Medienkonzerns Vivendi Universal mitbieten.

Comcast wolle sich die Vermögenswerte, zu denen unter anderem das Universal-Filmstudio und der amerikanische Kabel-TV-Kanal gehören, auf vorläufiger Basis anschauen, berichtete jedenfalls das "Wall Street Journal".

Alternative Lösung möglich

Vivendi hatte auf mehr Interessenten gehofft. Die meisten Gebote lagen nach Angaben der Zeitung zwischen elf und 11,5 Milliarden USD [10,1 Mrd. Euro]. Vivendi sei mit diesen Offerten aus der ersten Auktionsrunde aber nicht zufrieden.

Das Unternehmen habe angedeutet, es könne den Verkauf aufgeben und die Unterhaltungssparte an die Börse bringen, falls man keine höheren Preis erzielen sollte.

Potentiell neuer Medien-Player

Comcast könnte durch den Kauf der Unterhaltungs- Sparte von Vivendi zu einem voll integrierten Medienkonzern mit Kabelfernsehnetzen, Kabel-TV-Kanälen und einem Filmstudio werden.

Das Unternehmen könne dann direkt mit AOL Time Warner und der News Corp. konkurrieren. Ein Auktionseintritt von Comcast könnte auch mehr Druck auf die anderen Interessenten ausüben.

Vivendi hofft auf eine weitere Gebotsrunde bis Mitte August und könnte dann die Gespräche auf einen oder zwei Interessenten begrenzen. Es könnte dann nach Informationen der Zeitung bis September eine Vereinbarung erreicht werden.

Comcast hat 22 Millionen US-Kabelfernsehkunden und besitzt Kabelnetze wie den Golf Channel teilweise oder ganz. Das Unternehmen erhält aus dem Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an dem Home- Shopping-TV-Kanal QVC an Liberty rund acht Milliarden USD. Das Geld soll allerdings zum Schuldenabbau verwendet werden.