01.07.2003

VIVENDI

Unterhaltungssparte ohne Eile verkaufen

Der hoch verschuldete Medienkonzern Vivendi Universal will sich bei der Suche nach einem Käufer für seine Unterhaltungssparte offenbar noch einige Wochen Zeit lassen. "Der Name des Käufers und der Umfang des Verkaufs wird zwischen Ende Juli und September bekannt gegeben", hieß es am Dienstag aus mit dem Bieterwettbewerb vertrauten Kreisen.

Demzufolge schließt das französisch-amerikanische Unternehmen auch eine Veräußerung der Musik-Tochter Universal Music nicht aus, die nicht zur Unterhaltungssparte Vivendi Universal Entertainment [VUE] gehört. VUE umfasst die Universal-Filmstudios sowie das TV- und das Freizeitpark-Geschäft.

Der Vivendi-Verwaltungsrat wollte am Dienstag mit der Prüfung von sechs Übernahmeangeboten für die Sparte beginnen. Drei der Bieter sollen auch Interesse an Universal Music geäußert haben.

Abfindung für den Ex-Chef

Die Sitzung wurde überschattet vom Urteil eines US-Schiedsgerichts, demzufolge Vivendi dem ehemaligen Konzernchef Jean-Marie Messier eine Abfindung in Höhe von 20,6 Mio. Euro bezahlen muss.

Der Verwaltungsrat könnte Messiers Nachfolger Jean-Rene Fourtou damit beauftragen, die Entscheidung anzufechten, hieß es in den Kreisen.

Vivendi hatte in den vergangenen Jahren im Zuge massiver Zukäufe Schulden von rund 20 Mrd. Euro angehäuft und war daraufhin in eine Finanzkrise geraten. Der Konzern will in diesem Jahr mit dem Verkauf von Vermögenswerten insgesamt sieben Mrd. Euro erlösen und den Schuldenberg weiter abbauen.