23.07.2003

BAGDAD

Rätsel um "Geister-GSM-Netz" gelüftet

Das Rätsel um die plötzlich funktionierende Handytelefonie in Bagdad scheint gelöst zu sein: Der Handynetzbetreiber Batelco aus Bahrain hat angegeben, ein Roaming Handynetzwerk in der irakischen Hauptstadt errichtet zu haben.

Ganz uneigennützig agiert der Betreiber jedoch nicht. "Wir hoffen, dass wir auch eine Mobilfunk-Lizenz erhalten, wenn diese ausgegeben werden", sagt der Regionalchef Rashid Sesan und weist gleichzeitig daraufhin, dass Batelco plant in den kommenden 18 Monaten 53 Mio. USD in den Ausbau des Netzes zu investieren.

"Wir handeln sehr diskret und werden beobachten, wie sich die Dinge im Irak entwickeln", so Senan weiter. Batelco werde kostenfreie Handys an die Polizei, die Feuerwehr und die Rettung verteilen, im Hinblick auf mehr Sicherheit und weniger Verbrechen in Bagdad, fügte Senan hinzu.

Kostenlose Handys

Laut Batelco wurden am ersten Tag [Montag Nacht] rund 3.000 Anrufe von und nach Bagdad sowie Umgebung registriert, so Sesan weiter. Die Anrufe werden dabei durch Bahrain geroutet und von Batelco-Sendemasten in Bagdad aufgenommen.

Seinen Angaben nach sind die Kosten für die Telefonate und die Mobiltelefone konkurrenzfähig, aber noch nicht ausgearbeitet. Die Errichtung des GSM-Netzes soll fünf Millionen USD gekostet haben.

MTC-Vodafone bietet nach eigenen Angaben ebenfalls GSM-Telefonie auf dem Gelände des Flughafens in Bagdad und in Basra an, jedoch nicht im Zentrum der Hauptstadt. Man plane jedoch auch in anderen Gebieten Handy-Telefonie anzubieten.

GSM vs. CDMA

Die von den USA eingesetzte Verwaltung hat erst letzte Woche mit der Ausschreibung von drei landesweiten Lizenzen für kommerzielle Mobilfunk-Netzwerke begonnen.

Laut einem Sprecher der irakischen Verwaltung wurde weder zugunsten des CDMA-Technologie der USA noch des GSM-Standards entschieden, der neben Europa auch in den Nachbarstaaten des Iraks im Einsatz ist.

Bereits im Auslauf des Krieges startete der kalifornische Kongress-Abgeordnete Darell Issa [Republikaner] eine hitzige Debatte über die zu verwendende Handy-Technologie.

Issa sitzt für San Diego im Kongress, wo sich auch die Qualcomm-Zentrale, Entwickler der CDMA-Technologie, befindet.