Aktionäre verweigern Zitzewitz Entlastung

Infineon
15.02.2007

Hauptversammlung gegen Ex-Vorstand

Die Aktionäre des Halbleiterkonzerns Infineon haben dem ehemaligen Vorstand Andreas von Zitzewitz die Entlastung für das Geschäftsjahr 2004/05 verweigert.

Die Unternehmensspitze hatte 2006 die Entlastung vertagt, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen Zitzewitz Ermittlungen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit eingeleitet hatte.

Der Hauptversammlung am Donnerstag hatten Vorstand und Aufsichtsrat empfohlen, Zitzewitz nicht zu entlasten.

Im Sommer hatte Zitzewitz vor Gericht eingeräumt, mehr als 70.000 Euro Schmiergeld von einem Werbevermittler angenommen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft München stellte später einen Strafbefehl über ein Jahr Haft auf Bewährung und 100.000 Euro Geldbuße gegen ihn aus. Infineon hat angekündigt, noch zivilrechtlich gegen Zitzewitz vorzugehen.

Auch Schumacher im Visier

In dem Strafprozess gegen den Werbevermittler belastete der Angeklagte auch Ex-Konzernchef Ulrich Schumacher schwer und sagte aus, auch der frühere Vorstandschef habe große Mengen Schmiergeld von ihm angenommen.

Schumacher bestreitet die Vorwürfe. Infineon und er streiten sich noch vor Gericht über mehr als fünf Millionen Euro Abfindung, die das Unternehmen zur Hälfte einbehalten hat.

Die erste, bereits gezahlte Tranche fordert der Chiphersteller zurück.

(Reuters)