Infineon schwächelt weiter

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29.01.2007

Der Münchner Chipkonzern Infineon verdaut die Pleite von BenQ Mobile und spielt mit der iPhone-Fantasie.

Der Halbleiterkonzern Infineon ist nach eigener Auskunft nicht so stark von der Pleite des Handybauers BenQ Mobile betroffen wie zunächst befürchtet.

"Wir rechnen nun eher mit Sonderaufwendungen von zehn Mio. Euro statt der ursprünglichen 30 Mio. Euro", sagte Finanzvorstand Peter Fischl am Montag in einer Telefonkonferenz. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 kehrte Infineon in die schwarzen Zahlen zurück.

Das dicke Ende kommt noch

Nach einem Verlust von 36 Mio. Euro im Vorquartal sei unter dem Strich ein Gewinn von 120 Mio. Euro verbucht worden, teilte die Infineon AG am Montag in München mit. Die Umbaukosten für BenQ werden im zweiten Quartal anfallen.

"In einem schwierigen Geschäftsumfeld sind die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal besser ausgefallen als ursprünglich erwartet", sagte Konzernchef Wolfgang Ziebart. Profitiert hat Infineon auch von den Erfolgen bei seiner Speicherchiptochter Qimonda, von der sich der Konzern komplett trennen will. Der Umsatz im Infineon-Konzern ging hingegen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006/07 [30. September] um sieben Prozent auf 2,13 Mrd. Euro zurück.

Qimonda hilft

Im ersten Quartal stieg das operative Ergebnis [EBIT] von 30 auf 216 Mio. Euro. Ohne die Schützenhilfe der im Mai ausgegliederten Qimonda wäre Infineon auf Grund der anhaltenden Verluste der Telekommunikationssparte [Com] operativ allerdings in den roten Zahlen geblieben.

Der Com-Umsatz brach im Vergleich zum Vorquartal um ein Fünftel ein, der Spartenverlust reduzierte sich um die Hälfte auf 57 Mio. Euro. Für Com wurde die Prognose bekräftigt. "Wir erneuern, dass der Bereich bis zum Dezemberquartal die Gewinnschwelle erreichen wird", sagte Unternehmenschef Wolfgang Ziebart am Montag. "Wir sind zuversichtlich für 2008", fügte er hinzu.

Hoffnung iPhone

Seit der US-Computerkonzern Apple sein Multimedia-Handy iPhone vorgestellt hat, wird spekuliert, dass Infineon Komponenten für den Apparat liefert. Die Münchner schweigen bisher darüber, ob sie das iPhone bestücken werden.

"Der anhaltende Hochlauf der Produktion für neue Kunden bei Mobiltelefon-Plattformen sollte den typischen saisonalen Rückgang im Geschäft mit drahtlosen Kommunikationslösungen kompensieren", hieß es am Montag lediglich. Apple will sein Gerät im Juni in den USA und gegen Jahresende in Europa einführen.

(APA | Reuters | dpa)