13.07.2003

BERICHT

Columbia-Absturz auch Fehler der NASA

Fehler bei der Weltraumbehörde NASA haben genauso zum Absturz der Raumfähre "Columbia" beigetragen wie die Kollision mit Teilen der Isolierung beim Start des Shuttle.

Zu diesem Schluss ist die unabhängige Kommission zur Untersuchung des Unglücks vom 1. Februar gekommen, berichteten US-Medien.

Demnach will das Gremium unter Leitung des pensionierten Admirals Harold Gehman dieses für die NASA äußerst negative Urteil auch in seinem im August erwarteten Abschlussbericht abgeben. "Wir haben jetzt entschieden, dass beide Faktoren gleichgewichtig waren", wurde Gehman zitiert.

Beim Start der "Columbia" hatte sich ein Stück der Isolierung vom Shuttle gelöst und war auf dem linken Flügel aufgeprallt.

Beweis per E-Mail

Gehman zufolge herrschte nach dem Start bei der NASA aber die Überzeugung vor, dass der Isolierschaum keine derart verheerende Wirkung haben könne. Dies sei einfach angenommen worden, obwohl es keine Daten gegeben habe, die das auch tatsächlich belegten.

Als Folge habe es eine Reihe von Fehlentscheidungen gegeben, darunter den Verzicht darauf, Satelliten-Fotos vom Shuttle im Orbit zu machen. Angesichts der Größe des Loches im Flügel wäre der Schaden Gehman zufolge sehr wahrscheinlich auf den Aufnahmen zu sehen gewesen.

Als Beweis dafür, wie leichtfertig die NASA mit dem Problem umgegangen sei, führte der Ex-Admiral auch eine an die sieben Astronauten geschickte E-Mail an. Darin hatte ein NASA-Flugdirektor zur Kollision mit dem Schaum gesagt, das sei "nicht der Rede wert".