Fele Footwear

GPS-Turnschuhe mit Notfallknopf

10.02.2007

Ein New Yorker Erfinder hat für ein US-Unternehmen einen Turnschuh entwickelt, der auf seinen Träger aufpassen soll. Ein integriertes GPS-System lokalisiert den Besitzer auf Knopfdruck und verständigt einen Wachdienst.

Mithilfe der GPS-Technologie soll der Besitzer überall auf der Welt aufgespürt werden - auf Knopfdruck.

Ab März im Handel

Im März soll die Turnschuh-Serie "Compas Global 1000" bei Fele Footwear auf den Markt kommen - die Modelle kosten dabei zwischen 300 und 350 Dollar. Für den Herbst ist weiters eine eigene Produktlinie für Kinder geplant.

Das GPS-System wird aktiviert, sobald der Träger einen Knopf auf der Schuhoberseite drückt. Sobald das geschieht, wird ein 24-Stunden-Überwachungsdienst alarmiert, für den zusätzlich rund 20 Dollar im Monat bezahlt werden müssen.

GPS-Fernstart in Notfällen

In Notfällen, bei denen der Träger selber nicht aktiv werden kann - etwa bei Alzheimer-Patienten oder Kindern - könnten Angehörige auch den Überwachungsdienst bitten, das GPS-System fernzustarten.

Der Schuhentwickler Daniel Isaac betont aber, dass der Schuh ausschließlich für Notfälle designt worden sei. Das System dürfe nicht ausgenützt werden, um etwa den Ehemann oder die Kinder zu überwachen.

"Compas Global 1000" kommt vorerst nur in einer auf 1.000 Stück limitierten Linie in den Handel.

Die Turnschuhe könen auch online bestellt werden.

GPS-Empfänger werden bereits oft in Handys, aber auch Armbanduhren verwendet. Schuhe sind aber laut dem Hersteller schwerer zu verlieren bzw. im Entführungsfall abzunehmen.

Aufladen per USB

Ist der Knopf erst einmal gedrückt, sendet er sein Signal, bis die Batterie leer wird. Diese kann nachher über einen USB-Anschluss auf der Schuhsohle wieder aufgeladen werden.

Mindestens vier Satelliten benötigt

Während andere GPS-Gadgets oft nur unbefriedigende Ergebnisse liefern, betont Daniel, dass sein Unternehmen mehrere Millionen Dollar und fast zwei Jahre Entwicklungszeit aufgebracht hat, um so genaue Ergebnisse wie möglich zu erzielen.

Laut Experten hängt die Genauigkeit von GPS davon ab, wieviele Satelliten das System erreichen kann. Der GPS-Turnschuh und die meisten anderen Systeme brauchen mindestens vier. Insgesamt besteht GPS aus 24 Satelliten, die die Erde in einer Höhe von 17.700 Kilometern umkreisen.

Militärischer Einsatz?

Während die Hersteller mit Kolumbien und Equador bereits Gespräche über den militärischen Einsatz des Systems in Soldatenstiefeln führen, dürfte die "normale" Markteinführung in den USA laut Analysten zumindest mit einer Schwierigkeit zu kämpfen haben: Um Kinder auch für das Tragen des Turnschuhs zu begeistern, müsse der "Coolness-Faktor" stimmen.

Das geplante europäische Satellitensystem Galileo soll GPS als Navigationshilfe in Autos, Pocket-PCs und Handys in den nächsten zehn Jahren den Rang ablaufen.

Der digitale Lifestyle hat seine Tücken: Nutzer eines iPod-Turnschuhs von Nike können damit überwacht werden, auch wenn sie nicht Musik hören.

(futurezone | AP)