Überwachung auf Schritt und Tritt

Nike + iPod
02.12.2006

Der digitale Lifestyle hat seine Tücken: Nutzer eines iPod-Turnschuhs von Nike können damit überwacht werden, auch wenn sie nicht Musik hören.

Forscher der Universität in Washington haben herausgefunden, dass die drahtlosen Übertragungsmöglichkeiten des Turnschuhs auch für andere Zwecke als Musik genutzt werden können.

Sensor im Schuh misst Bewegung

Im iPod-Nike-Turnschuh ist ein Sensor eingebaut, der die Geschwindigkeit und zurückgelegte Distanz des Trägers misst.

Diese Daten werden drahtlos über einen ebenfalls im Schuh eingebauten Sensor an einen iPod-Adapter geschickt.

Die Informationen können dann vom iPod-Display abgelesen werden, optional hält der MP3-Player den Läufer auch akustisch auf dem aktuellen Stand seiner Bemühungen.

Individuelle Kennung jedes Schuhs

Jede Nachricht des Turnschuhs wird mit einer individuellen Kennung versehen, die bis zur einer Entfernung von 18 Metern abgefangen werden kann.

Das Problem dabei sei, dass diese Kennung nicht verändert wird, also jederzeit einer bestimmten Person zugeordnet werden kann, so die Forscher. Sobald jemand eine Möglichkeit hat, diese Nachrichten und damit die Kennung abzufangen, könne er damit auch jede beliebige Person auf Schritt und Tritt verfolgen – selbst wenn der Träger gerade keinen iPod nutzt.

Totalüberwachung mit Google Maps

Für die absolute Totalüberwachung sorgt dann eine auf Google Maps basierende Web-Applikation, mit der der Turnschuh-Träger auch aus der Ferne verfolgt werden kann. Mit einem Back-End-System könnten etwaige Ortsveränderungen per SMS oder E-Mail gemeldet werden, so die Forscher.

Auslesen könne man die Nachrichten etwa mit einem Notebook mit Windows XP und USB-Anschluss, skizzieren die Forscher ein Szenario. Der iPod-Receiver am Notebook kann die Nachrichten abfangen, die gesammelten Infos können dann wiederum drahtlos via WLAN an eine Datenbank weitergeschickt werden.

Sensor einfach ausbauen

Laut Forschern ist der Aufbau einer solchen Überwachungseinheit für einigermaßen versierte Techniknutzer kein Problem. Voraussetzung sei die notwendige Software, die sie aber nicht veröffentlichen wollen.

Wer jegliche Möglichkeit der Überwachung trotzdem ausschließen möchte, sollte den Sensor im Schuh bei Nichtgebrauch deaktivieren oder einfach entfernen, so der Tipp der Forscher.

Die Kosten für eine Überwachung mit allen Features werden mit rund 250 Dollar angegeben, es gebe aber auch günstigere Möglichkeiten mit weniger Features.