Netzzensur im Iran läuft an
Der Iran blockiert derzeit nach eigenen Angaben über 140 Websites, die sich entweder gegen die Regierung richten oder für Tanz und sexuelle Aktivitäten werben.
Laut einem Mitarbeiter des iranischen Telekommunikationsministeriums können demnach einige Sex-Sites nicht angesurft werden, die von Iranern außerhalb des Landes betrieben werden.
Ein völliges Unterbinden der Sites sei jedoch, trotz der aus den USA importierten Technologie, unmöglich, erklärte Farhad Sepahram.
Ein Großteil der geblockten Websites gehört jedoch Gruppen der iranischen Opposition, die versucht, sich im Netz Gehör zu verschaffen.
Vor einem Monat hatte der Iran seine schärfere Netzzensur angekündigt und eine Liste von zu blockierenden Websites an die Internet-Service-Provider des Landes verschickt.
Iran verschärft NetzzensurWeblogs noch unbehelligt
Die derzeit im Land stark an Popularität gewinnenden Weblogs sollen noch nicht im Visier der iranischen Fahnder sein, selbst wenn diese Sex zum Inhalt haben oder in ihren Links führen.
Nachdem die iranische Regierung bereits andere Medien schließen ließ oder überwacht, weil sie sich kritisch gegen die Regierung gerichtet hatten, ist das Internet derzeit oft die gebräuchlichste Möglichkeit für Meinungsäußerung und Informationen abseits der offiziellen Linie.
Bei den vor kurzem aufgeflackerten Protesten im Iran sollen zum Beispiel Informationen darüber oft nur im Netz erhältlich gewesen sein.
Drei von 65 Millionen sind online
Derzeit sollen rund drei Millionen Iraner von insgesamt 65 Millionen Einwohnern Zugang zum Internet haben, wobei der Großteil davon das Netz hauptsächlich zum Chatten und zum Verschicken von E-Mails nutzen soll. Rund 50 Millionen Iraner sind dabei unter 30 Jahre alt.
