Iran verschärft Netzzensur
Der Iran hat neue Einschränkungen für die Nutzung des Internets angeordnet.
Auf Grund der Verordnungen müssen die Internet-Service-Provider [ISP] den Zugang zu rund 15.000 Sites sperren, zu denen neben "unmoralischen" Websites auch kritische und nicht regierungstreue Nachrichtensites gehören sollen.
Ein Komitee von Vertretern des Kultur-, des Informationsministeriums und des staatlichen Rundfunks hat Zeitungen zufolge eine entsprechende Liste herausgegeben.
Demnach wurde laut dem iranischen Post- und Telekommunikationsminister bereits mit der Blockierung von "unmoralischen" Websites sowie politischen Sites, die sich "unanständig über religiöse und politische Figuren des Landes lustig machen", begonnen.
Vorbild China
Die schärfste Netzzensur pflegt bekanntlich China. Beinahe 50.000
Websites sind für chinesische User im Durchschnitt nicht erreichbar.
Manche Themenbereiche wie Demokratisierung, Tibet und Taiwan sind
nahezu vollständig blockiert.
China mit schärfster NetzzensurInfowar mit Proxy-Server
In den USA hat unterdessen die Nachrichten- und Propagandaabteilung des US-Senders Voice of America eine Software vorgestellt, mit der Surfer aus China die strengen Zensurfilter ihrer Behörden umgehen können sollen.
Das Programm für Windows XP und 2000 erfordert eine Standleitung und besteht in einem angeblich besonders einfach zu installierenden "Umgehungs-Server". Dieser soll es Surfern aus China erlauben, Sites, die für sie eigentlich geblockt sind, doch zu betrachten - wozu der Server natürlich nicht selbst gesperrt sein darf.
Voice of America setzt dabei offensichtlich vor allem Exil-Chinesen, welche die Software installieren und Freunden und Bekannten in China davon erzählen sollen. Diese sollen dann den Server ansteuern und sich von diesem die eigentlich gesperrten Sites zeigen lassen.
Risikolos ist der Zugriff aber durch den Proxy-Server nicht: Usern, die doch versuchen, Zugriff zu verbotenen Inhalten zu erlangen, drohen in China laut Menschenrechtsorganisationen sogar Haftstrafen.
US-Software gegen die "Great Fire Wall"
