Oracle gegen PeopleSoft
Der Dreikampf um den zweiten Platz hinter Marktführer SAP wird von den Hauptbeteiligten Oracle, PeopleSoft und J.D. Edwards mit immer härteren Bandagen geführt.
Im äußerst geldträchtigen Segment "Unternehmens-Software" geht es mit feindseligen Übernahmeangeboten und Klagsdrohungen momentan zu wie in den Hochzeiten der Dot.com-Hysterie.
Als hätte es nie ein feindliches Übernahmeangebot von Oracle gegeben, verstärkte PeopleSoft seine Anstrengungen, J.D. Edwards zu übernehmen. PeopleSoft eröffnete am Donnerstag seine Übernahmeofferte an die J.D.-Edwards-Aktionäre und bot 1,75 Mrd. Dollar [1,5 Mrd. Euro].
Der Deal en detail
PeopleSoft will den J.D.-Edwards-Aktionären 7,05 Dollar je Aktie
in bar und jeweils 0,43 eigene Aktien je J.D.-Edwards-Anteil zahlen.
Das läuft auf 14,33 Dollar je J.D.-Edwards-Aktie hinaus. Die
J.D.-Edwards-Aktien notierten mit 14,10 Dollar, während der
PeopleSoft-Aktienkurs bei 17,93 Dollar lag.
Oracle klagt PeopleSoftDie Offerte von Oracle in bar
Oracle hatte am Mittwoch seine Offerte für PeopleSoft um rund eine Milliarde auf 6,3 Mrd. Dollar [5,4 Mrd. Euro] oder 19,50 Dollar je Aktie in bar erhöht, gerät aber immer mehr unter Druck.
Nach Auffassung von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal verletze die geplante Übernahme Kartellrechtsgesetze, da sie "einen enormen Druck auf den Wettbewerb" ausüben würde.
Der Bundesstaat Connecticut und seine Verwaltungen hätten bereits "Hunderte Mio. Dollar" für PeopleSoft-Software ausgegeben. Nach einem Zusammenschluss drohten "höhere Preise und sinkende Qualität", so Blumenthal.
US-Bundesstaat will Oracle klagenDas sagt SAP
Marktführer SAP profitiert nach eigener Darstellung von dem Streit der Konkurrenten. Rund 25 Kunden von PeopleSoft, Oracle und J.D. Edwards hätten bereits Interesse bekundet, auf SAP-Software umzustellen, teilte das deutsche Unternehmen mit.
Vor allem die Ankündigung von Oracle-Chef Larry Ellison, nach einer Übernahme die Vermarktung der PeopleSoft-Produkte einstellen zu wollen, habe viele Kunden stark verunsichert, sagte SAP-Verkaufschef Leo Apotheker.
"Die Leute haben sich nicht zufällig für PeopleSoft-Produkte entschieden", sagte Apotheker. "Wenn diese Kunden nun gezwungen werden, Oracle-Kunden zu werden, werden sie vermutlich nicht sehr glücklich darüber sein."
SAP sieht Oracle in der Defensive
