Vietnam "schüchtert Surfer ein"
Ein vietnamesischer Dissident ist für das Veröffentlichen eines Aufsatzes über Demokratie im Internet zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.
Ein Volksgericht in der Hauptstadt Hanoi befand Phan Hong Son am Mittwoch nach den Gesetzen des kommunistischen Landes der Spionage für schuldig, weil er einen Aufsatz des US-Außenministeriums mit dem Titel "Was ist Demokratie?" übersetzt und ins Netz gestellt hatte.
Der 36-Jährige war im März 2002 festgenommen worden, nachdem die Polizei seinen Computer beschlagnahmt hatte.
Die vietnamesische Regierung blockiert bereits den Zugriff auf rund 2.000 Webseiten, von denen die meisten politischen oder pornografischen Inhalt haben. Sämtliche Medien des Landes unterliegen strikter Kontrolle des Staates.
Dezember: Netz-Kritiker bekommt zwölf Jahre Haft"Internet-Benutzer einschüchtern"
Menschenrechtsorganisationen hatten die Festnahme und das Verfahren gegen Son scharf verurteilt. Ziel der Regierung sei nicht alleine, Kritiker einzuschüchtern, sondern offenbar auch jeden Internet-Benutzer in Vietnam, sagte ein Sprecher von Human Rights Watch.
Nach Angaben der Organisation ist Son mindestens der sechste Dissident, der wegen regierungskritischer Schriften im Internet seit Beginn vergangenen Jahres verhaftet oder abgeurteilt wurde.
Darunter ist auch der Computerwissenschaftler Le Chi Quang, der im Oktober 2002 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war.
