Netz-Kritiker bekommt zwölf Jahre Haft
Ein vietnamesischer Geschäftsmann ist wegen angeblicher Spionage und Regierungskritik im Internet zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.
Der Mann habe für nicht näher bezeichnete "feindliche Kräfte" spioniert, begründete ein Gericht in Hanoi sein Urteil.
Bei dem Verurteilten handelt es sich um einen von vier in diesem Jahr festgenommenen "Internet-Dissidenten", die sich im Netz kritisch zur Regierungspolitik des kommunistischen Staates geäußert hatten.
VietnamZwölf Jahre Haft ist Mindeststrafe
Das Urteil stieß bei Menschenrechtlern auf scharfe Kritik. Die Regierung verhafte und drangsaliere weiterhin Leute, die lediglich demokratische Reformen und die Verantwortlichkeit der Regierung anmahnten, beklagte die Organisation Human Rights Watch.
Das Gericht teilte mit, der Geschäftsmann und frühere Soldat Nguyen Khac Toan habe "verzerrte Informationen über die Regierung im Internet mit dem Ziel verbreitet, zu einem Umsturz aufzuwiegeln". Bei Spionage seien zwölf Jahre Haft die Mindeststrafe.
Ausländische Medien waren zu dem eintägigen Prozess nicht zugelassen worden.
Weitere Verurteilungen
Im vergangenen Monat war bereits ein vietnamesischer Jurist zu
einer Haftstrafe von sieben Jahren, davon drei Jahre bedingt,
verurteilt worden, weil er regierungskritisches Material im Netz
verbreitet haben soll. Zwei weitere "Internet-Dissidenten" warten
auf ihren Prozess.
Sieben Jahre Haft für Online-Kritiker
