03.06.2003

STATISTIK

Bildquelle: ORF.at

TiVo verdient an TV-Verhalten seiner User

TiVo, Hersteller von digitalen Videorecordern, will seine Beziehung zur Werbeindustrie verbessern.

Zu diesem Zweck bietet das im kalifornischen San Jose ansässige Unternehmen der Werbebranche die dokumentierten TV-Sehgewohnheiten seiner Abonnenten zum Kauf an.

Gemeinsam mit der Chicagoer Kommunkationsagentur Starcom MediaVest liefert TiVo künftig einen Quartalsbericht der Sehgewohnheiten in der Prime Time.

"Werbeindustrie wird Daten lieben und hassen"

TiVo-Videorecorder zeichnen TV-Programme auf Festplatte auf und ermöglichen dadurch, Sendungen zu pausieren, vor- oder zurückzuspulen oder Werbeblöcke auszublenden.

Vor allem aber veränderten sie die Sehgewohnheiten des Publikums, so TiVo-Präsident Martin J. Yudkovitz.

Da der digitale Recorder regelmäßig mit dem TiVo-Server in Verbindung steht, können alle Aktivitäten der 700.000 Abonnenten sekundengenau aufgezeichnet werden. Das geschieht unter Wahrung der vollen Anonymität der User, versichert Yudkovitz.

"Die Werbeindustrie wird die Daten lieben", so Medien-Marktforscher Larry Gerbrandt, um gleichzeitig zu betonen: "Aber gleichzeitig wird sie hassen, was die Daten aussagen."

77 Prozent überspringen die Werbung

Eine vorläufige Studie von 11.000 Haushalten habe demnach ergeben, dass zwei Drittel der TiVo-User ihren TV-Konsum aufzeichnen und später ansehen.

77 Prozent überspringen Werbespots, während das nur 17 Prozent tun, wenn sie das Programm live sehen.

Für die Werbebranche ist vor allem interessant, welche Spots sie nicht überspringen. Der meistgesehene TV-Spot war demnach der Pepsi-Spot mit Britney Spears während des Super Bowl.