SCO gegen den Rest der Unix-Welt
Das Angebot SCOs, der Beweisführung für seine Behauptung, dass sich Teile des Unix Codes in Linux wiederfinden würden, beizuwohnen wird von Analysten eher gescheut.
SCO hatte am Freitag angekündigt, kommende Woche einem ausgesuchten Personenkreis entsprechendes Material vorlegen zu wollen, diese müssten jedoch zu den Details Stillschweigen bewahren und dazu ein "Non Disclosure Agreement" [NDA] unterschreiben.
In einem Interview hat sich SCO-Chef Darl McBrige auch an einem Kauf SCOs durch IBM interessiert gezeigt, um den Rechtsstreit zu beenden. "Sollte es einen Weg geben, um eine postive Lösung zu finden, damit wir wieder zufrieden an die Arbeit gehen können, dann bin ich damit einverstanden", so McBride zur Computerworld. "Wenn dass das Ergebnis ist, so sei es."
McBride will nach eigenen Angaben das Linux-Geschäft nicht zerstören, sondern die Rechte der Anteilseigner, Angestellten und Personen wahren, die bis jetzt "mit Füßen getreten wurden".
SCO verspricht Beweise gegen LinuxTorvalds will nicht unterschreiben
Analystin Stacey Quandt von Giga Information Group sieht in dem Vorschlag einen reinen PR-Gag. Würde sie ein NDA unterschreiben, könnte dies sie hindern über die Beweise zu schreiben. Ihrer Meinung nach soll SCO schlicht die Beweise vorlegen.
Auch Linus Torvalds hat sich gegen die Unterzeichnung eines NDA ausgesprochen. Unter keine Umständen würde er eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen, um den fraglichen Code sehen zu dürfen. Laut Torvalds wolle SCO sowie keine Beweise vorlegen, sondern klagen.
Georg Weiss, Analyst beim Marktforscher Gartner, ist nach einem Gespräch mit SCO ebenfalls der Meinung, dass die Vereinbarung nicht unterschrieben werden sollte. SCO argumentiere nach vagen Folgerungen und verlange dies auch von den Analysten, die damit in SCOs Schuhe schlüpfen würden.
Als Zeugen im Prozess
Auch andere Firmen haben Bedenken, in der Ein-Milliarden-USD
Klage gegen IBM eine tragende Rolle zu spielen.
Unix-Patentklage gegen IBMKlage gegen Analysten
IDC-Analyst Dan Kusnetzky grübelt gleichfalls über den Vorschlag nach, er sei sich jedoch nicht sicher, ob er mit dem vorgelegten Code etwas anfangen oder ob dieser etwas beweisen könne, da er nicht wisse woher er stamme.
Michael Overly, Anwalt aus Los Angeles, gibt zu Bedenken, dass jeder der Einsicht in den reklamierten Code erhält auch als Zeuge im IBM-Prozess vor Gericht zitiert werden kann, was für die einzelnen Firmen Ausfälle und schlechte Publicity bedeuten könnte.
Sollte ein Analyst zudem behaupten, dass eine Copyright-Verletzung vorliege, könnten andere Linux-Firmen seine Firma wegen Geschäftsschädigung und Umsatzverlust klagen. Zudem sei bloß das Vorlegen des Codes vor einem Richter ein Weg um den Gehalt von SCOs Ansprüchen zu überprüfen.
Erstes Gerichtsurteil gegen SCO
Das deutsche Softwareunternehmen Uninvention hat vor dem Bremer
Landesgericht am Freitag bereits eine einstweilige Verfügung gegen
SCO Group erwirkt. Die Verfügung verbietet der SCO Group zu
behaupten, "dass Linux-Betriebssysteme unrechtmäßig erworbenes
geistiges Eigentum von SCO Unix beinhalten und/oder dass
Endanwender, die Linux einsetzen, für die damit verbundenen
Schutzrechtsverletzungen haftbar gemacht werden können", heißt es in
der einstweiligen Verfügung des Gerichts.
Einstweilige Verfügung gegen SCO
