Prozess gegen Ex-Infineon-Chef gestartet
Schumacher wegen Bestechlichkeit und Untreue angeklagt
Vor dem Landgericht München hat am Montag der Prozess gegen den früheren Infineon-Chef Ulrich Schumacher begonnen. Der 51-jährige Manager muss sich wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, Untreue, versuchten Betrugs und Steuerhinterziehung verantworten.
Ex-Infineon-Chef bestreitet Vorwürfe
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe in den Jahren 2000 bis 2003 Geld von dem damaligen Sponsorenvermittler Udo Schneider angenommen und damit seine Teilnahme an privaten Autorennen finanziert. Schumacher selbst hatte stets alle Vorwürfe von sich gewiesen und beteuert, nie auch nur einen Cent angenommen zu haben.
Für den Prozess sind zunächst 15 Verhandlungstage angesetzt, vorsorglich hat die Kammer aber noch einmal so viele Termine bis in den Jänner 2010 hinein eingeplant. Schumacher hatte den Chefposten bei Infineon nach Querelen in der Führungsetage vor fünfeinhalb Jahren geräumt, mittlerweile leitet er den chinesischen Chip-Auftragsfertiger Grace Semiconductor.
Sponsorenvermittler zu vier Jahren Haft verurteilt
Schneider hatte in seinem eigenen Prozess im Jahr 2006 Zahlungen eingeräumt und war dafür zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Allein im Jahr 2003 will er Schumacher rund 300.000 US-Dollar zugesteckt haben. Nach eigenem Bekunden wollte sich Schneider den Chipkonzern, der erst kürzlich den Wiederaufstieg in den Leitindex DAX geschafft hatte, mit den Zahlungen gewogen halten.
(dpa)
