Interessent für Qimondas DRAM-Sparte

INSOLVENT
04.08.2009

Verhandlungen mit japanischem Chiphersteller

Der japanische Chiphersteller Elpida ist an der Grafikspeichersparte der insolventen Infineon-Tochter Qimonda interessiert. Das Unternehmen führe Gespräche über einen Kauf der Grafik-DRAM-Geschäfte, teilte Elpida am Dienstag mit. Allerdings seien der Preis und weitere Einzelheiten noch Gegenstand der Verhandlungen.

Elpida ist Japans einziger DRAM-Hersteller und wurde in der Wirtschaftskrise von Regierung sowie Banken mit Milliardenhilfen gestützt. Das Unternehmen ist hoch verschuldet und hinkt technologisch Rivalen wie Samsung Electronics und Hynix Semiconductor hinterher. Qimonda fiel Anfang des Jahres dem harten Wettbewerb in der Branche zum Opfer und ging pleite.

Solarzellenwerk in Portugal insolvent

Unterdessen folgt das portugiesische Solarzellenwerk des Speicherchipherstellers Qimonda diesem nun doch in die Insolvenz. Der Qimonda-Partner Centrosolar konnte sich nach eigener Auskunft nicht mit einer Gruppe von portugiesischer Investoren, die den Qimonda-Anteil von 51 Prozent übernehmen wollten, über eine Fortführung des Werkes einigen. Daher sollte die Werksgesellschaft Itarion noch am Montag Insolvenz anmelden.

Die Münchner Solarfirma, die die restlichen 49 Prozent an dem Joint Venture hält, teilte mit, die mit dem Konsortium beratene Lösung zur Rettung von Itarion sei für sie mit zu hohen Risiken verbunden gewesen. Negative Auswirkungen auf das operative Geschäft erwartet Centrosolar durch die Entscheidung nicht. Das Unternehmen gehe für 2009 weiterhin von einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem rückläufigen operativen Gewinn aus.

16,5 Millionen Euro Finanzschulden

Nach der Insolvenz des portugiesischen Werkes schreibt Centrosolar ihre Beteiligung daran in Höhe von 10,1 Millionen Euro völlig ab. Zudem hafte sie gemeinsam mit Qimonda für die Nettofinanzschulden des Werkes über 16,5 Millionen Euro. "Mit den finanzierenden Banken konnte eine Rückführung dieses Betrages in Raten bis Mitte 2011 vereinbart werden, wodurch eine Fortsetzung des Wachstums im Kerngeschäft ermöglicht wurde", teilte Centrosolar mit.

Die Entscheidung von Centrosolar wirkt sich auch auf das Ergebnis der Centrotec Sustainable aus, die rund 31

Prozent an Centrosolar hält. Centrotec erwartet nach eigenen Angaben eine Belastung des Vorsteuerergebnisses über 8,2 Millionen Euro.

Kurze Partnerschaft

Die Infineon-Tochter Qimonda und Centrosolar waren

die Partnerschaft vor gut einem Jahr eingegangen. Qimonda wollte sich mit dem Einstieg ins Solargeschäft etwas unabhängiger vom schwankenden Speicherchipmarkt machen, war im Jänner aber dann schließlich unter dem Preisverfall bei Halbleitern zusammengebrochen.

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(Reuters)