Wie Microsoft Spam bekämpfen will
Im Rahmen eines Hearing im US-Senat zu möglichen Maßnahmen gegen Spam hat unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates die Vorstellungen seines Konzerns zum Thema präsentiert.
Prinzipiell ist laut Gates eine Mischung aus technischen und gesetzlichen Maßnahmen nötig, um der Spam-Flut Herr zu werden. Gates plädierte für eine gesetzliche Pflicht, nach der unaufgefordert versandte Werbe-Mails prinzipiell "ADV" [für "Advertising"] am Beginn der Betreffzeile führen müssen. Außerdem schwebt Gates eine Registrierungspflicht für Mail-Marketing-Unternehmen vor.
Des Weiteren plädierte Gates für ein internationales Gremium, das Verhaltensregeln für das Mail-Marketing festlegen soll. Diese sollen dann in technische Standards und möglichst auch weltweit in die Gesetzgebung einfließen.
Das Gremium soll zwar international sein, allerdings sollen die Mail-Richtlinien nach Gates' Vorstellungen auch von der US-Handelsbehörde FTC "beaufsichtigt" werden.
Gates attestierte seinem eigenen Konzern unterdessen schon deutliche Erfolge im Kampf gegen Spam. Microsoft plant für nächste Woche selbst einen Kongress zum Thema.
Yahoo, AOL und MSN: Mailanbieter kooperieren gegen SpamProblem immer virulenter
Spam wird seit Beginn diesen Jahres auch in breiteren Kreisen international als extrem drängendes Problem wahrgenommen.
"Das Ausmaß des Spam-Problems hat einen Punkt erreicht, an dem die normale Funktion des E-Mail-Systems gefährdet ist", hieß unlängst das offizielle Fazit eines Kongresses zum Thema, den die FTC ausgerichtet hat.
Unterdessen scheint sich das Wachstum der Mail-Lawine weiter zu beschleunigen: Laut Brightmail soll der Anteil der unerwünschten Werbesendungen am E-Mail-Aufkommen von derzeit rund 40 bis Dezember auf mehr als 50 Prozent steigen.
"Spam gefährdet das E-Mail-System"US-Gesetze ein Schlüsselfaktor
Die US-Gesetze spielen im Kampf gegen Spam eine besondere Rolle, da ein Großteil des Werbemülls von den USA aus abgeschickt wird.
So scherzte ein japanischer Teilnehmer der FTC-Konferenz, dass sein Land die amerikanische Kultur seit einiger Zeit in einem unfreiwilligen Gratiskurs via E-Mail gründlich kennen lernen würde.
Im Kongress wird allerdings schon sechs Jahre über ein Anti-Spam-Gesetz diskutiert. Jetzt scheint allerdings eine Schmerzgrenze erreicht zu sein, die ein Ende dieser Mammutdebatte erstmals realistisch erscheinen lässt.
Die "E-Mail Service Provider Coalition" [ESPC] will unterdessen mit einem eigenen Projekt des Problems von Spam-Mails Herr werden. "Project Lumos" soll dem Abhilfe schaffen, indem alle Absender von Mails eindeutig identifiziert werden können. Die Benutzer können so unerwünschte E-Mails leichter identifizieren und blockieren.
Industrie-Initiative gegen Spam
