22.05.2003

MÜLLMAILS

Bildquelle: spam

Wie Microsoft Spam bekämpfen will

Im Rahmen eines Hearing im US-Senat zu möglichen Maßnahmen gegen Spam hat unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates die Vorstellungen seines Konzerns zum Thema präsentiert.

Prinzipiell ist laut Gates eine Mischung aus technischen und gesetzlichen Maßnahmen nötig, um der Spam-Flut Herr zu werden. Gates plädierte für eine gesetzliche Pflicht, nach der unaufgefordert versandte Werbe-Mails prinzipiell "ADV" [für "Advertising"] am Beginn der Betreffzeile führen müssen. Außerdem schwebt Gates eine Registrierungspflicht für Mail-Marketing-Unternehmen vor.

Des Weiteren plädierte Gates für ein internationales Gremium, das Verhaltensregeln für das Mail-Marketing festlegen soll. Diese sollen dann in technische Standards und möglichst auch weltweit in die Gesetzgebung einfließen.

Das Gremium soll zwar international sein, allerdings sollen die Mail-Richtlinien nach Gates' Vorstellungen auch von der US-Handelsbehörde FTC "beaufsichtigt" werden.

Problem immer virulenter

Spam wird seit Beginn diesen Jahres auch in breiteren Kreisen international als extrem drängendes Problem wahrgenommen.

"Das Ausmaß des Spam-Problems hat einen Punkt erreicht, an dem die normale Funktion des E-Mail-Systems gefährdet ist", hieß unlängst das offizielle Fazit eines Kongresses zum Thema, den die FTC ausgerichtet hat.

US-Gesetze ein Schlüsselfaktor

Die US-Gesetze spielen im Kampf gegen Spam eine besondere Rolle, da ein Großteil des Werbemülls von den USA aus abgeschickt wird.

So scherzte ein japanischer Teilnehmer der FTC-Konferenz, dass sein Land die amerikanische Kultur seit einiger Zeit in einem unfreiwilligen Gratiskurs via E-Mail gründlich kennen lernen würde.

Im Kongress wird allerdings schon sechs Jahre über ein Anti-Spam-Gesetz diskutiert. Jetzt scheint allerdings eine Schmerzgrenze erreicht zu sein, die ein Ende dieser Mammutdebatte erstmals realistisch erscheinen lässt.