DT-Chef verbreitet Optimismus
Die Deutsche Telekom sieht sich mit ihrer Mobilfunktochter T-Mobile in den USA auf Erfolgskurs: "Wir ziehen gerade an der Nummer fünf in den USA, an Nextel, vorbei", sagte Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus".
"Nun nähern wir uns mit Riesenschritten der Marke von 15 bis 16 Millionen Kunden, bei der T-Mobile USA mit Sicherheit mehr Geld verdient als investiert." Das werde spätestens 2005 der Fall sein, fügte Ricke hinzu.
Schwierigkeiten erwartet der Telekom-Chef nach eigenen Aussagen indes beim UMTS-Start: "Wir sind in der Spur, aber es würde mich wundern, wenn es keine Probleme gäbe wie bei jeder neuen Technologie-Einführung." Im laufenden Jahr soll die Mobilfunksparte T-Mobile aber Wachstumsmotor von Europas größtem Telekomkonzern bleiben.
Q1 2003: Schwarze Quartalszahlen bei Deutscher TAktionärs-Versammlung
Ricke braucht derzeit dringend gute Nachichten: Am Dienstag muss er die Aktionäre in Köln davon überzeugen, dass die Deutsche Telekom auf dem richtigen Weg ist.
Das bedarf einiger Anstrengung, denn viele T-Aktionäre sind sauer: Im vergangenen Jahr häufte der Konzern einen Verlust von 24,6 Milliarden Euro an. Die Telekom stellte damit alles in den Schatten, was je an roten Zahlen von europäischen Unternehmen veröffentlicht wurde.
Außerdem haben die Vorwüfe der Falschbewertung von Immobilien, fehlerhafte Kunden-Rechnungen und die Klagen wegen Emissionsbetrug beim dritten Börsengang das Vertrauen der Aktionäre erschüttert.
Das wochenlange Hin und Her um die Nachfolge Ron Sommers tat ein Übriges. Der Aktienkurs dümpelt um die zwölf Euro, obendrein gab es keine Dividende.
Andere Inhaber von T-Aktien monieren den schlechten Service der Telekom, wodurch den Kunden erheblicher Schaden entstehe: "Die Deutsche Telekom AG stellt sich nach außen als - mit Verlaub gesagt - zunehmend arrogantes, wenig qualifiziertes und eher unsympathisches Unternehmen dar. Zahlreiche Mitarbeiter scheinen innerlich gekündigt zu haben", formulierte ein Ktionär seinen Ärger gegenüber der AFP.
