Chip-Business "kein Platz für Romantik"
Infineon-Chef Ulrich Schumacher hat eine mögliche Sitzverlagerung des Konzerns ins Ausland mit der Steuerlast in Deutschland und häufigen Richtungswechseln der Politik begründet.
Zu der möglichen Sitzverlagerung des Unternehmens ins Ausland sagte der Vorstandschef des Münchner Halbleiterherstellers, das Unternehmen müsse stark restrukturiert werden. Sobald er dabei Sparpotenziale entdecke, sei es seine Pflicht, sie zu prüfen:
"Wenn ein Konkurrent mit Sitz in der Schweiz im Jahr 2000 bei gleichem Gewinn 300 Millionen USD weniger Steuern bezahlt hat, dann entspricht das den Kosten von 4500 Mitarbeitern.
Bei einem solchen Wettbewerbsnachteil ist kein Platz mehr für Romantik." Für den umstrittenen Umzug standen als Standorte bisher unter anderem die Schweiz, die USA sowie Singapur zur Debatte.
Zugleich machte er in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Focus" klar, dass er bei einer Verlagerung ins Ausland die Subventionen für das Halbleiter-Werk in Dresden nicht zurückzahlen werde. "Die Subventionen wurden ja nicht nur uns als deutschem Unternehmen gewährt, sondern allen Firmen, die in den Osten gegangen sind - auch ausländischen", betonte Schumacher. Außerdem habe Infineon in den vergangenen vier Jahren sechs Milliarden Euro in Deutschland investiert und mehr als 95 Prozent davon selbst getragen.
Infineon verlagert Sparte nach VillachIdeen der Mitarbeiter
Unterdessen teilte Infineon mit, dass im vergangenen Jahr dank der Ideen findiger Mitarbeiter 82 Millionen Euro eingespart wurden. Dies entspreche einer Steigerung um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt seien 27.000 Vorschläge zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe eingegangen. Allein der Vorschlag eines Mitarbeiters für ein Prüfverfahren zum Aufspüren fehlerhafter Chips habe zu Einsparungen in Millionenhöhe geführt.
Auch zahlreiche andere Vorschläge hätten darauf abgezielt, die Abläufe durch den Einsatz neuer Techniken oder besserer Auslastung von Geräten und Arbeitsleistung effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Viele Ideen hätten aber auch zur Verbesserung des Unfall- oder Umweltschutzes beigetragen.
