Das erste 3-G-Netz verkauft
Der angeschlagene deutsche Mobilfunkanbieter MobilCom hat den Ausstieg aus der dritten Mobilfunkgeneration UMTS mit dem Verkauf seiner Anlagen an E-Plus besiegelt.
Für 20 Millionen Euro erhält das Tochterunternehmen der niederländischen KPN 3.723 UMTS-Standorte sowie Systemtechnik und Netzwerkkomponenten.
Die UMTS-Lizenz von MobilCom, die mehr als acht Milliarden Euro gekostet hat, gilt als unverkäuflich und dürfte ersatzlos an den Staat zurückfallen.
Der MobilCom-Großaktionär und frühere Vorstandschef Gerhard Schmid hat angekündigt, im Fall des Verkaufs Strafanzeige gegen den Vorstand und den Aufsichtsratsvorsitzenden wegen Untreue zu erstatten.
Von dem Kaufpreis gingen 18 Millionen Euro an den MobilCom-Kapitalgeber France Telecom. Der Verkauf der UMTS-Anlagen war für MobilCom dringend, da France Telecom nur noch bis Ende des Jahres für die UMTS-Kosten des Unternehmens aufkommt. Wäre der Verkauf nicht geglückt, hätte MobilCom umgehend mit dem Abbau der Anlagen beginnen müssen, von denen 2.000 bereits ausgebaut sind.
FT übernimmt Mobilcom-UMTS-SchuldenSchmid will Prüfung der Angebote
MobilCom-Gründer Schmid forderte den Vorstand auf, das Interesse der indischen Hinduja-Gruppe an UMTS-Lizenz und -Anlagen sorgfältig zu prüfen. Das sei offenbar nicht geschehen.
MobilCom habe den Verkaufsprozess unprofessionell gestaltet und sich keiner Investmentbank bedient. Schmid selbst hatte Hinduja in der vergangenen Woche ins Spiel gebracht. Er hatte sich bis zuletzt für die Nutzung der UMTS-Lizenz und den Aufbau eines Netzes eingesetzt.
