Roboter-Spürnase soll Leben retten
An einer Schweizer Hochschule werden Roboter entwickelt, die verschiedenste Gerüche erkennen und zu ihrer Quelle zurückverfolgen können. Sie könnten künftig wie Spürhunde eingesetzt werden und nach Minen und auch Menschen suchen.
Roboter könnten vielleicht bald Menschen und Hunde bei gefährlichen Aufgaben ablösen. Ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne [ETHL] in der Schweiz arbeitet seit einem Jahr an Robotern, die mit einem speziellen Sensor Gerüche aufspüren sollen.
Im Rahmen eines Projekts des Nationalen Forschungsschwerpunktes "Mobile Informations- und Kommunikationssysteme" [NFS MICS] führen die Forscher Tests mit einem Dutzend Khepera-III-Robotern durch. Diese sind mit einem Sensor ausgerüstet, der organische Gerüche wie Deodorant, Parfüum und Alkohol aufspürt.
Luft erschwert die Arbeit
Die größte Hürde bei dieser Aufgabe sei die Luft selbst, hieß es. Ihre Strömungen, Richtungswechsel und Turbulenzen würden dafür sorgen, dass sich Gerüche unregelmäßig in einer Art Paket verbreiten.
Für die Tests werden die Roboter entweder in einem Windkanal mit stabilen, reproduzierbaren Bedingungen oder im Freien eingesetzt.
Bald sollen sie zudem mit einem Rohr ausgestattet werden, das einer Nase nachempfunden ist. Mit diesem sollen sie Gerüche in der Luft auf dem Boden erschnüffeln und so Minen lokalisieren können.
Geschmacksroboter aus Japan
Der Prototyp eines neuen japanischen Roboters erkennt verschiedene Weinsorten und empfiehlt den passenden Käse dazu. Für den Haushalt ist das Gerät noch zu teuer,
Die meisten bisher durchgeführten Forschungsarbeiten zum Thema Geruchslokalisierung beschränkten sich auf den Einsatz eines einzigen Roboters. Beim MICS-Projekt werden mehrere Roboter verwendet.
==Roboterschwärme im Einsatz==
Nach Angaben der Forscher ist es das erste Mal, dass bei einem Projekt zur Geruchslokalisierung mehrere Roboter eingesetzt werden. Die Forscher wollen so ein System entwickeln, mit dem Gerüche schneller und zuverlässiger lokalisiert werden können. Dafür müssen sich die Roboter untereinander verständigen und koordinieren.
Weitere Anwendungsgebiete könnten die Identifikation von Lecks in Reservoirs und Kanalisationen, das Aufspüren von Sprengstoff und Drogen und die Suche nach Verschütteten in Erdbebengebieten sein.
Ein in Japan entwickeltes Gerät kann Gerüche aufnehmen, analysieren und selber nachbasteln. Eine mobile Version soll es ermöglichen, Düfte per Handy zu verschicken.
(futurezone | APA | sda)
