Vivendi will Unterhaltungssparte verkaufen
Der hoch verschuldete Vivendi-Universal-Konzern [VU] ist nach eigenen Angaben bereit zum Verkauf seiner US-Unterhaltungssparte.
Dies wäre das Aus für die noch jungen Hollywood-Aktivitäten des einstigen Wasserversorgers.
Ganz oder in Teilen behalten könnte VU dagegen die Universal Music Group.
Bislang hatte Vivendi lediglich erklärt, dass es Interessenten für die Unterhaltungssparte gebe und das Unternehmen offen für Angebote sei. Auf ein Angebot des Ölmilliardärs Marvin Davis in Höhe von 15 Mrd. USD [13,7 Mrd. Euro] für das gesamte US-Geschäft hatte Vivendi kühl reagiert. Davis Angebot umfasste auch die Musiksparte Universal Music.
20 Mrd. zu wenig für Vivendi-UnterhaltungVerkaufsgespräche laufen
Es sei illusorisch zu glauben, das US-Tochterunternehmen Vivendi Universal Entertainment könne von Paris aus geführt werden, erklärte Firmenchef Jean-Rene Fourtou. Es gebe Verkaufsgespräche mit mehreren Interessenten, so Fourtou weiter.
Es gehe um die Veräußerung der gesamten Sparte oder um Teile des Tochterunternehmens, zu dem die Universal Studios in Hollywood, Themenparks und Kabelsender gehören. Ein Verkauf werde aber nicht vor Juni erwartet.
Ob die Musiksparte ebenfalls verkauft werde, sei noch nicht entschieden, so Fourtou. Sowohl der Verkauf als auch das Festhalten an der Musiksparte berge Risiken. Der Weltmarktführer Universal Music, der nicht zu Vivendi Universal Entertainment gehört, gilt als wichtiger Teil des Vivendi-Konzerns.
Spekulationen um Musikgeschäft
Die Musiksparte war in den letzten Wochen Mittelpunkt zahlreicher
Spekulationen. So wurde zuerst berichtet, Apple sei an einer
Übernahme interessiert, kurze Zeit später sollte auch Konkurrent
Microsoft an Verkaufsverhandlungen teilgenommen haben.
Auch Microsoft will Universal MusicSchulden von 20 Mrd. Euro
Vivendi stieg vor drei Jahren durch die Fusion mit Universal vom Wasserversorger zum zweitgrößten Medienunternehmen der Welt auf. Fourtous Vorgänger, Jean-Marie Messier, hatte den Konzern mit einer expansiven Einkaufstour an den Rand einer Liquiditätskrise gebracht.
Die Schulden des Unternehmens beliefen sich Mitte vergangenen Jahres auf 20 Mrd. Euro. Um sie abzubauen, plant das Unternehmen weitere Verkäufe.
Fourtou will sein Amt abgeben, sobald die Restrukturierung abgeschlossen sei. Ein neues Management soll voraussichtlich Ende 2004 im Amt sein.
