23.04.2003

SPEICHER

Bildquelle: Hynix

"Sehr enttäuscht" über DRAM-Strafzölle

Die Europäische Kommission hat gegen Importe des angeschlagenen südkoreanischen Chipherstellers Hynix Semiconductor einen vorläufigen Strafzoll von 33 Prozent des Einfuhrpreises verhängt.

Hynix wird von Konkurrenten in den USA und der EU vorgeworfen, wettbewerbswidrige staatliche Beihilfen erhalten zu haben.

Der Strafzoll für Hynix-DRAMs gelte zunächst für vier Monate bis zur Vorlage abschließender Untersuchungsergebnisse, hieß es in einer am Donnerstag in Seoul und Brüssel veröffentlichten Erklärung der EU-Kommission.

"Sehr enttäuscht"

Hynix wies in Brüssel die Vorwürfe scharf zurück. "Wir sind sehr enttäuscht über die Entscheidung", erklärte Vizepräsident Oh-Chul Kwon in einer Mitteilung.

Die Kommission habe die tatsächlichen Verhältnisse auf dem Markt für DRAMs wohl entweder nicht verstanden oder kenne sie nicht.

Jede unabhängige Marktstudie belege, dass der weltweite Rückgang von Preisen dieser Chips nicht auf der Subventionierung von Hynix beruhe. Auch die südkoreanische Regierung wies die Beschuldigungen aus den USA und Europa zurück.

Hynix habe "enorme Beihilfen" über koreanische Banken erhalten, die im staatlichen Besitz seien oder durch den Staat kontrolliert würden, hieß es in der Erklärung der EU-Kommission. Diese Beihilfen hätten sich negativ auf die Industrie der Gemeinschaft ausgewirkt. Microns geplante Übernahme der Speichersparte von Hynix war im Mai des vergangenen Jahres geplatzt. Auch Infineon hatte sich davor eine Zeit lang für die Sparte der Südkoreaner interessiert.