Google drückt die Schulbank
Im Kampf um Marktanteile auf dem Desktop macht sich Google an eine neue Zielgruppe heran: Kinder. In den USA schult der Internet-Dienstleister Lehrer und damit auch Schüler auf seine Online-Angebote für Textverarbeitung und E-Mail ein.
Das gesagte Wissen der Welt organisieren – das ist Googles selbstgewählter Leitspruch und der Suchmaschinen-Anbieter fängt damit ganz unten an: Dort, wo Wissen vermittelt wird, in der Schule.
Kostenloses Software-Paket
Seit kurzem bietet Google mit "Google Apps for Eudcation", ein Paket aus seinen Online-Tools Gmail [E-Mail], Google Talk [Instant Messenger], Google Calendar [Online-Kalender] und dem Google Page Creator [zum Erstellen von Websites], ein eigenes und kostenloses Software-Paket für Schulen an.
Zudem informiert Google interessierte Lehrer auf einer eigenen Website über die Vorzüge seiner Software wie seiner Online-Textverarbeitung und –Tabellenkalkulation, aber auch seiner Buchsuche oder Google Maps.
Neue Kunden aus der Schule
Google selbst sieht seine Initiative als öffentliches Service für jene Lehrer, denen es am nötigen Geld mangelt, um neue Technologien ins Klassenzimmer zu bringen.
"Es ist der perfekte Platz, um die nächste Generation der Computernutzer zu erreichen", meint hingegen James McQuivey, ehemals Analyst bei Forrester Research und nun Professor an der Universität von Boston.
Alle Angebote sind kostenlos, auch die ganze Technik dahinter wird von Google gewartet.
Ausreichende Investitionen
"Wir denken es ist gut, dass wir den Leuten zeigen, was wir abseits der Suche noch alles machen, aber wir sind nicht darauf aus, aus den Schülern eine Art lebenslänglichen Nutzen zu ziehen", so eine Sprecherin von Google.
Dafür macht Google eine Menge im "Bildungsbereich": Im November wurden 50 Lehrer aus Kalifornien in das Google-Headquarter nach Mountain View eingeladen, um ihnen die Vorzüge des Programms näher zu bringen. Google plant zudem in anderen Teilen der USA ähnliche Informationsangebote zu organisieren.
"Wir testen gerne"
Ob die "Bildungsinitiative" auch außerhalb den USA zum Einsatz kommt, wollte der Sprecher von Google Österreich nicht sagen, aber auch nicht ausschließen:
"Wir testen solchen Sachen gerne", so Stefan Keuchel gegenüber ORF.at. Es komme auf das Feedback an, ob das Programm ausgeweitet werde.
Üblicherweise finanziert Google seine Angebote über Werbung - bei Google Apps for Education ist davon bisher nichts zu sehen.
Ein Stück vom Microsoft-Kuchen
Die Schule ist nebenbei auch der beste Platz, um Hauptkonkurrent Microsoft ein Stück vom Kuchen wegzunehmen.
Lizenzen für Microsofts Software sind teuer und auch wenn es eigene, kostengünstigere Angebote für den Bildungsbereich gibt, dem gänzlich kostenlosen Angebot kann auch Microsoft vorerst nichts entgegenhalten.
Im Gegensatz zu Microsoft sind die Google-Programme zudem unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem – für die Nutzung der Google-Software braucht es nur einen Browser und eine Internet-Verbindung.
Suche nach "Rohmaterial"
In Philadelphia hat mit Unterstützung Microsofts die erste "School of the Future" ihre Tore geöffnet.
(futurezone | AP)
