Irak, Land ohne Info-Technologie
Die Plünderungen seit dem Fall von Bagdad haben den Schlusspunkt gesetzt. Die Kommunikations-Infrastruktur des Irak existiert bis auf vereinzelte lokale Radiosender auch physisch nicht mehr.
Die Studios und Produktionsanlagen von Iraqi-TV, das nach schweren Bombardements am 7. April aufgehört hatte zu senden, wurden restlos ausgeräumt, wie CNN und andere am Sonntag berichteten.
Mit dem Sitz des olypmischen Komitees [geplündert und angezündet] verschwand auch die Hardware von Iraq2000.com, auf der das Hosting für mehrere irakische Staatsmedien lief.
Irakischer Info-Minister als "Kult-Objekt"Das letzte Bild
In den frühen Morgenstunden des 7. April ging das irakische Staatsfernsehen während der Verlesung der Nachrichten durch einen Militärsprecher "off the air". Endgültig, wie sich herausstellen sollte. Auf dem Eutelsat-Transponder war dieses Geisterbild noch zwei Tage nach dem Log-off der Station zu sehen.
Das Ende der Information
Bis dahin war Iraqi-TV auf allen drei Satelliten [Eutelsat, Arabsat2, Nilesat] die meiste Zeit auf Sendung.
Im Irak war davon freilich nach einer Woche Krieg nicht mehr viel zu sehen, nachdem die analog-terrestrischen Sendeanlagen nach Bombardements ausgefallen waren.
Propaganda, Tote und Trophäen
Weil es zahlreiche Anfragen gab, warum die umfassende Berichterstattung der fuZo über die informationstechnologischen Aspekte des Irak-Krieges so abrupt endete, hier eine simple Antwort.
Die jüngere Geschichte
Etwa eine Woche vor dem Fall Bagdads gab es nicht mehr viel über Informationstechnologien im Krieg zu berichten. Das erste große Bombardement des Informationsministeriums holte das Land endgültig vom Internet.
Damit war auch der Bagdad-Blogger "Salam Pax", über den wir im Dezember 2002 erstmals berichteten, verstummt.
Danach kam die Zerstörung der Telefonzentralen und sonstiger Telekom-Einrichtungen, die wie fast alle öffentlichen Gebäude nun auch noch geplündert wurden.
US-Konvoi nach einem Hinterhalt
Die Historie des Info-Krieges in ein paar Dutzend fuZo-Storys finden Sie weiter unten. Begonnen hatte alles mit Simulationen, eine Spam-Attacke auf den irakischen Provider uruklink.net durch das US-Militär eröffnete die Kampfhandlungen im Netz.
Die vorletzten Nachrichten in den Morgenstunden des 7. April 2003
