Spam-Mails werben für und mit dem Krieg
Spam-Mails sind seit jeher eine unangenehme, zeitraubende und mitunter kostenintensive "Begleiterscheinung" des Internets.
Seit dem Beginn des Krieges im Irak hat sich nicht nur die Zahl der Spam-Mails erhöht auch der Inhalt hat sich verändert. Nunmehr wird nicht mehr nur für "Arzneimittel" und oder dubiose Geschäftsideen geworben ¿ Spam-Mails werben nun auch für und mit dem Krieg.
Die Spammer machen sich dabei den Patriotismus aber auch die Ängste der Menschen zunutze und versuchen mit entsprechenden Slogans T-Shirts und Pins mit patriotischen Aufdrucken und Bücher, die bei etwaigen biologischen Attacken Hilfestellung leisten sollen, zu verkaufen.
Auch die Us-Militärs selber kämpfen mit der täglichen Spam-Flut. Selbst unter Einsatz der besten Filtersoftware hat es aber auch das Militär bisher nicht geschafft, den aufdringlichen Werbemüll von den wichtigen Nachrichten zu trennen.
Auch das US-Militär kämpft gegen SpamAnstieg von zehn Prozent
Die US-Firma Brightmail, die Spam-Blocker-Lösungen vertreibt, hat nach eigenen Angaben 50.000 verschiedene Kriegs-bezogene Spam-Mails in ihren Filtern seit dem Kriegsbeginn letzten Monat eingefangen. Surfcontrol, eine andere Firma mit dem selben Aufgabengebiet, verzeichnete nach eigenen Angaben einen Spam-Anstieg von 10 Prozent.
Manche der Spams beginnen ihre Nachricht mit dem Aufruf zur Unterstützung des Kriegs, versuchen dann aber Investment Tipps oder Reisen zu verkaufen. Andere versprechen einen Teil der Einnahmen als Unterstützung für Familien der Soldaten oder der Opfer von terroristischen Akten.
Helpoursoldiers.com verspricht für jedes verkaufte T-Shirt einen Beitrag einer Organisation zu spenden, die den Familien der Opfer des 11. September hilft. Die Organisation selber weiß aber von der Aktion nichts und hat bis dato auch noch keine Mittel aus dieser Richtung erhalten.
Patriotische T-Shirts
Eine andere Nachricht bringt potentielle Kunden direkt zur Seite iraqtshirts.com, die mit reißerischen Slogans versucht T-Shirts mit patriotischen Aufdrucken zu verkaufen. Der registrierte Besitzer der Seite soll ein großer Spammer für verschiedene Produkte sein.
Spam spiegelt Weltlage wider
Eine andere E-Mail versucht ein elektronisches Buch von BizzyDays Ebook zu verkaufen, dass wertvolle Tipps für das Überleben bei chemischen oder biologischen Attacken liefern soll. Die Reihe bringt jedoch neben Büchern zu Kinderernährung und wie man den Traffic auf einer Website erhöhen kann auch Bücher zu dem Thema heraus, wie Spam-Mails durch Spamfilter gebracht werden können.
Laut US-Federal Trade Commission [FTC] spiegeln sich die verschiedenen Weltgeschehnisse und Wirtschaftslagen auch in der Art der Spam-Mails immer wieder wider. In wirtschaftlich schlechten Zeiten würden öfter betrügerische Geschäftsmodelle angeboten. Seit dem 11. September würden die Spammer vor versuchen Patriotismus zu "bewerben".
Die FTC hat im letzten Monat rund 2.500 kriegsbezogene E-Mails registriert, täglich fügt sie rund 120.000 Spam-Mails ihrer Datenbank dazu.
Flagge online bestellen
Jedoch auch Utensilien für den Krieg sollen online verkauft
werden. Die Angst vor irrtümlichen Angriffen durch US-Streitkräfte
hat bei britischen Soldaten in Irak die Nachfrage nach ihren eigenen
Landesflaggen erheblich angekurbelt. Nach "Friendly
Fire"-Zwischenfällen im Kriegsgebiet würden die Soldaten nun
massenhaft den Union Jack online bestellen, um sich vor Angriffen
der US-Verbündeten besser schützen zu können, meldete die Londoner
Tageszeitung "The Times".
Mit E-Commerce gegen "Friendly Fire"
