02.04.2003

DRAM

Bildquelle: ORF.at

Hynix drohen 57 Prozent US-Strafzoll

In einer Vorabentscheidung hat das US-Handelsministerium am Mittwoch festgelegt, dass DRAM-Importe des südkoreanischen Chipproduzenten Hynix auf Grund staatlicher Zuwendungen in Milliardenhöhe mit empfindlichen Strafzöllen belegt werden.

Das Ministerium sieht es als bewiesen an, dass Hynix durch staatliche Zuwendungen von Südkorea die Preise für Speicherchips 2001 und in der ersten Hälfte 2002 drücken konnte und derart die US-Chipindustrie geschädigt hat.

Die staatliche Unterstützung für die DRAM-Produktion betrug laut Ministerium zwischen 0,16 Prozent für Samsung und 57 Prozent für Hynix. Wegen der geringen Höhe werden für Samsung jedoch keine Strafzölle erwartet. Sollte das Urteil bestätigt werden, werden die Importe von Hynix ab August mit Strafzöllen von 57 Prozent belegt.

Ein Viertel des Umsatzes in den USA

Die südkoreanische Regierung sowie Samsung und Hynix haben die Anschuldigungen von sich gewiesen und den Schritt als ungerechtfertigt und bedauerlich bezeichnet.

Beobachter und Regierungsmitglieder konnten nach eigenen Angaben noch keine Aussage über die Richtung des endgültigen Urteils machen, doch das Unternehmen müsse schnellstens ein Bardepot in den USA hinterlegen wenn es seine Produkte weiterhin in den USA verkaufen will.

Analysten bezweifeln, dass Hynix eine Summe in der Größenordnung von mindestens 23 Millionen USD deponieren wird. Der Chipproduzent müsse sich nun Alternativmärkte suchen, da in den USA der Markt für Speicherchips ohnedies auf dem Boden sei.

Der Markt in den USA macht rund ein Viertel des Gesamtumsatzes von Hynix aus.

Das Schlussurteil des Ministeriums wird für den 16. Juni erwartet, anschließend das von den US-Wettbewerbsbehörden für den 31. Juli. Sollte das Urteil bestätigt werden, könnten erste Zölle ab dem 7. August eingehoben werden.