Neue Verschlüsselung für Premiere
Der gebeutelte deutsche Bezahl-TV-Sender Premiere will Schwarzsehern mit einem neuen Verschlüsselungssystem der Schweizer Softwarefirma Kudelski den kostenlosen Spaß verderben.
"Wir werden in Zukunft denjenigen, die uns beklauen, noch kräftiger auf die Finger hauen. Ab Herbst wird bei den Schwarzsehern der Bildschirm wirklich schwarz", erklärte Premiere-Chef Georg Kofler.
Details des Vertrages wurden nicht genannt.
Umsatzausfälle von 100 Mio. Euro pro Jahr
Premiere schätzt, dass bis zu eine Million Menschen den
Pay-TV-Sender empfangen, ohne dafür zu bezahlen. Derzeit hat der
Sender rund 2,6 Millionen zahlende Kunden. "Durch die Schwarzseher
entstehen Premiere Umsatzausfälle von mindestens hundert Millionen
Euro pro Jahr", erläuterte Kofler.
Jeder dritte Premiere-Zuseher zahlt nichtVerschlüsselungssystem "Nagravision"
Premiere entschied sich nach wochenlangen Verhandlungen mit fünf verschiedenen Anbietern für die Verschlüsselungssoftware "Nagravision" von Kudelski.
Zur Umstellung auf das neue System bekommen die Premiere-Kunden per Post eine neue Smart Card geschickt, die sie gegen die alte austauschen können.
Bisher hatte die frühere Schwesterfirma Betaresearch die Software geliefert. Die "Betacrypt1"-Software gilt als geknackt.
Nagravision von KudelskiPremiere war im Februar von der Investmentgesellschaft Permira übernommen worden, welche die frühere Tochter der Kirch-Gruppe bis zum Erreichen der Gewinnschwelle finanziert. Das wird für das erste Quartal 2004 erwartet.
