Jeder dritte Premiere-Zuseher zahlt nicht
Jeder dritte Premiere-Zuschauer zahlt nicht für das Angebot des Pay-TV-Senders.
Bis zu 1,5 Millionen Menschen empfangen die Programme, ohne dafür zusätzlich in die Tasche greifen zu müssen, erklärte eine Unternehmenssprecherin.
Deshalb soll noch in diesem Jahr das Verschlüsselungssystem geändert werden. Im Netz sind Systeme erhältlich, mit denen die Programme von Bezahl-Sendern in ganz normalen Digitalempfängern entschlüsselt werden.
Manipulierte Smart Cards
Die Leiterin Unternehmenskommunikation des Münchner Unternehmens,
Katrin Gogl, sagte, noch immer würden manipulierte Smart Cards
eingesetzt, die auch für den Betrieb der zertifizierten
Empfangsgeräte notwendig seien.
PremiereNicht nur Computerspezialisten
Noch in diesem Jahr werde man jedoch das verwendete Verschlüsselungssystem wechseln.
Noch vor wenigen Jahren hatten sich lediglich Computerspezialisten unberechtigt Zugang zum Angebot des Bezahl-Senders verschafft, indem sie so genannte Smart Cards und Common-Interface-Module für den Empfang modifizierten und nachbauten.
Doch heute werden immer mehr Digitalreceiver ganz einfach per serieller Schnittstelle umprogrammiert. Selbst von Premiere zertifizierte Set-Top-Boxen wie die "Easy World" des Lübecker Herstellers Galaxis können so manipuliert werden.
Die Zusatzsoftware lässt sich auch für die Modelle anderer Hersteller im Internet finden. Die Digitalempfänger könnten dann die Programme nahezu aller europäischen Pay-TV-Stationen entschlüsseln, ohne dass eine Smart Card oder anderes Zubehör notwendig sei.
"Patchen" ist Verkaufsargument
Mittlerweile gelte das so genannte "Patchen" von Set-Top-Boxen als echtes Verkaufsargument, um die Geräte an den Mann oder die Frau zu bringen. Hersteller, die in ihrer aktuellen Produktpalette keine patchbaren Receiver haben, haben bei den Verkaufszahlen das Nachsehen.
