© APA/Georg Hochmuth, TA-Chef Boris Nemsic bei einer Pressekonferenz

TA zeigt Interesse an Übernahme von "3"

MOBILFUNKMARKT
26.02.2009

Die Telekom Austria AG (TA) spekuliert über eine mögliche Konsolidierung des österreichischen Mobilfunkmarktes. TA-Chef Boris Nemsic sieht die einzige realistische Chance in der Übernahme des kleinsten Mobilfunkanbieters "3" Austria. Dieser winkt ab und meint, dass das Unternehmen für die TA nicht erschwinglich wäre.

Dem überbesetzten österreichischen Mobilfunkmarkt würde eine Konsolidierung helfen, sagte TA-Chef Boris Nemsic am Donnerstag in einem Interview mit Reuters. Die einzige realistische Chance wäre eine Übernahme von "3", da bei allen anderen Konkurrenten die Wettbewerbsbehörde einen Riegel vorschieben würde.

Auf die Frage, ob ein Verkauf von "3" zur Diskussion steht, verwies der TA-Chef auf Hutchison. "Diese Frage sollte dem möglichen Verkäufer gestellt werden", sagte Nemsic. TA wäre interessiert, fügte er an. Österreichs Markt sei sehr eng mit zu vielen Anbietern im Verhältnis zur relativ kleinen Bevölkerungszahl, sagte Nemsic.

"3" für TA nicht erschwinglich

"3"-CEO Berthold Thoma sieht die Aussagen von Nemsic, die österreichische Mobilfunkbranche durch einen Kauf von "3" zu konsolidieren, gelassen. "Grundsätzlich ehrt uns, dass Herr Nemsic '3' als den attraktivsten Übernahmekandidaten erkannt hat. Es wird dabei wohl bei einem Wunschprogramm bleiben. Wir stehen nicht zum Verkauf und wären für die TA sicher nicht erschwinglich", so Thoma gegenüber ORF.at

Thoma schloss nicht aus, dass Nemsic mit diesen Aussagen die aktuelle mediale Diskussion verlagern will. Zur Situation auf dem österreichischen Mobilfunkmarkt sagte Thoma: "Schließlich wird sich zeigen, dass nur ein schlanker und kosteneffizienter Betreiber auf Dauer bestehen kann."

Blick nach Mazedonien

Neben Österreich schaut sich Nemsic auch in Mazedonien um, wo er an der OTE-Tochter Cosmofon interessiert wäre. Die TA selbst verfügt in Mazedonien bereits über einen Marktanteil von 30 Prozent.

"Cosmofon steht zum Verkauf", sagte Nemsic. "Wir schauen uns den Verkaufsprozess an, aber bisher ist noch keine Entscheidung gefallen", fügte er hinzu. Den möglichen Wert des Unternehmens wollte er nicht beziffern.

Cosmofon steht wegen wettbewerbsrechtlicher Gründe zum Verkauf. Telekom Slovenia hat ebenfalls Interesse an Cosmofon bekundet.

Kein Rückzug aus Osteuropa

Trotz der ersten Anzeichen eines Nachfragerückgangs und der Währungsturbulenzen in Osteuropa will sich Nemsic nicht aus Bulgarien, Weißrussland und dem ehemaligen Jugoslawien zurückziehen. "Es ist weder die Zeit zum Kaufen noch zum Verkaufen. Wenn man verkauft, verkauft man billig, und wenn man kauft, ist man exponiert", sagte er. Daher seien derzeit auch keine größeren Projekte in der Pipeline.

Nemsic will sich 2009 auf das operative Geschäft konzentrieren. Den Kundenstock zu erhalten sei 2009 die größte Herausforderung. Dieses Geschäft werde heuer möglicherweise kein Wachstum aufweisen.

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(Reuters/futurezone)