04.03.2003

OLED

Bildquelle: Kodak

Erste Digicam mit Plastik-Display

Kodak hat eine neue Digitalkamera angekündigt, deren Daten eigentlich relativ durchschnitlich klingen - bis auf die Tatsache, dass es die erste Kamera mit einem Display aus organischen Dioden ist.

Bei den "Organic Light-Emitting Diodes" [OLED] kommen organische Moleküle oder Polymere als Dioden zum Einsatz. OLED-Bildschirme haben einige Vorteile gegenüber LCDs.

So verbrauchen die selbst leuchtenden Bildschirme deutlich weniger Energie, sind schneller im Bildaufbau und bieten große Blickwinkel. Ihre Farben sind kräftiger, die Kontraste höher und bei der Produktion fallen weniger giftige Abfälle an.

Bisher wurden nur einfarbige OLED-Displays in einigen wenigen Geräten wie Mobiltelefonen, MP3-Playern und Autoradios eingesetzt.

LS633

Kodaks Digitalkamera "LS633" mit dem 2,2 Zoll großen OLED soll im April in Europa, Australien und Asien für rund 400 USD auf den Markt kommen. Das Display soll dabei Blickwinkel von bis zu 165 Grad zulassen und hat eine Auflösung von 512 mal 218 Pixeln.

Organische Zukunft

OLEDs wird in den nächsten Jahren allgemein ein Boom vorhergesagt, wobei sie die siliziumbasierten Flüssigkristalldisplays [LCDs] allmählich ersetzen sollten. Forschung und Entwicklung der OLEDs werden neben Kodak auch von Samsung, Philips und DuPont vorangetrieben.

Kodak hat auch bereits mit der Auslieferung eines 2,2-Zoll-Bildschirms in OLED-Technik an eine offiziell nicht genannten Firma begonnen, die noch in der ersten Hälfte diesen Jahres ein entsprechendes Produkt vorstellen will [gerüchteweise handelt es sich dabei um Apple].

Größere Bildschirme etwa für PDAs werde es in ein bis zwei Jahren geben, meint unterdessen Paul O'Donovan von der Marktforschungsfirma Gartner Dataquest. Es gibt auch schon Prototypen für 15- und 17-Zoll-PC-Monitore, die aber vermutlich erst in fünf Jahren marktreif sein werden.

OLED-Fernseher werde es vielleicht in zehn Jahren geben, sagt O'Donovan.

Test für die Lebensdauer

Einen Nachteil haben bisherige OLEDs allerdings noch, der sie für den Einsatz in langlebigen Gütern eigentlich ungeeignet macht:

Ihre Leistungsfähigkeit ist derzeit noch begrenzt. Nach etwa 10.000 Betriebsstunden lässt die Leuchtkraft nach. Den Anfang machen die blauen Dioden, wie O'Donovan erklärte. Der Bildschirm bekommt dann einen Magenta-Stich.

Die Kodak-Kamera wird demnach auch praktischer Test zur derzeit erreichbaren OLED-Lebensdauer werden: In 416 Tagen sollte ein entsprechender Test eigentlich vorliegen.