26.02.2003

ENGLAND

Bildquelle: ORF.at

Der große Bruder im Klassenzimmer

In Großbritannien planen einige Schulen die Installation von Webcams zur Überwachung der Schüler.

Fünf Schulen sollen ausgerüstet werden, um den Eltern zeigen zu können, wie sich ihre Sprösslinge in der Schule wirklich verhalten. Das Manchester City Council hat bereits bei der britischen Regierung um Zuschuss angesucht.

Der Schulinspektor von Manchester betonte, einziges Ziel sei, die Unruhestifter mit Beweismaterial zu überführen. "Sie behindern andere Kinder, sie sind laut, arbeiten nicht, wenn sie dazu aufgefordert werden, und stören die anderen Schüler beim Lernen", so Mick Waters.

Beweismaterial für Eltern

"Eltern, die ihre Kinder normalerweise in der Schule nicht sehen können, können kaum glauben, dass ihre Kinder auffällig sind. Die Kinder kommen mit gutem Benehmen besser voran, und daher versuchen wir, mit den Eltern zusammenzuarbeiten um ihre Kinder zu einem besseren Verhalten zu erziehen.¿

Zur Überwachung werden voraussichtlich Webcams eingesetzt, andere Systeme wie CCTV könnten zu teuer und auffällig werden. Eine Publikation der Bilder im Netz sei nicht geplant.

Politiker sehen darin Anzeichen des "Big Brother" und befürchten, dass sich die Lehrer dadurch unbehaglich fühlen könnten. Doch die "brutale Realität", dass manche Eltern nicht akzeptieren würden, dass sich ausgerechnet ihre Kinder schlecht verhalten, mache solche Schritte notwendig.

Keine Überwachung der Lehrer

Die Befürchtung, dass die Kameras auch zur Überwachung der Lehrer, ob sie die Disziplin in den Klassen halten, eingesetzt werden könnten, wurden zurückgewiesen.