Netzwerke sollen Inhalte erkennen
Derzeit laufen die ersten Feldversuche mit einem Monitoring-Tool, das Dateiinhalte automatisch erkennen kann. Ziel ist dabei das gezielte Erkennen von Musik- und Filmdateien und in der Folge die Möglichkeit, deren Versand zu unterbinden.
Anders als DRM [Digital Rights Management] oder ID-Nummern, die produzentenseitig in Dateien intergriert werden, könnte die Technologie - sollte sie sich wirklich als funktionstüchtig erweisen - den Tausch von Inhalten effizient unterbinden.
Der Hersteller der Software, Audible Magic, und die Musik- und Filmindustrie setzen bei diesem Ansatz auf die Kooperation mit den Betreibern von Netzwerken aller Art, von Universitäten über Firmen bis hin zu Providern.
Die Netzwerkbetreiber sollen dabei mit dem Argument überzeugt werden, dass ihre Netze durch den Tauschbörsenverkehr nicht mehr so stark belastet würden, wie das derzeit der Fall ist.
Der internationale Verband der phonographischen Industrie [IFPI] hat erst vor rund zwei Wochen einen neuen Kennzeichnungsstandard für Musikdateien vorgestellt. Er soll Komponisten und Interpreten eine angemessene Bezahlung ihrer Arbeit sichern.
Jede Musikdatei bekommt eine ID-NummerInhalte erkennen
Die Audible-Magic-Software soll einzelne Lieder nicht anhand ihres Namens oder der File-Länge wieder erkennen, stattdessen sollen jeweils bestimmte Klangeigenschaften mit einer Datenbank verglichen werden, sodass Stücke auch umbenannt und in verschiedenen Formaten identifiziert werden können.
Die Technologie soll so in Echtzeit den Datenverkehr auf bestimmte Dateien scannen können.
Im letzten Dezember hat als erstes großes Unternehmen in der Musikindustrie EMI angekündigt, sich mittels der Software einen genaueren Überblick darüber zu verschaffen, wie seine Musikstücke durch das Internet wandern.
Audible hat schon Anfang 2001 angegeben, dass sein Programm Stücke anhand ihres "Klangs" wieder erkennt.
Industrie will Musik durchs Netz verfolgenFeldversuche
An der US-Universität in Wyoming wird das Audible-Magic-Tool derzeit erstmals in der Praxis für das Scannen eines kompletten Netzwerkverkehrs getestet.
Laut Audible sollen demnächst weitere Tests in Kooperation mit einer weiteren Universität, einem Unternehmen und auch einem kleineren ISP anlaufen.
Dabei wird derzeit der Netzwerkverkehr nur nach Inhalten gescannt, das Blocken von bestimmten Musikstücken oder Filmen wäre allerdings danach technisch keinerlei Problem mehr.
Audible MagicKapazitäten schonen
Die Universität von Wyoming sieht in der Möglichkeit, den Tausch bestimmter Files zu unterbinden, vor allem eine Chance, das eigene Netzwerk zu entlasten, damit es voll und ganz der Forschung und Lehre zur Verfügung steht.
Bisher versucht die Uni das durch Traffic-Managent-Tools wie das von Packeteer zu erreichen, die beispielweise der Verbindung mit einem Tauschbörsen-Server eine niedrigere Priorität einräumen als der mit einem Server, auf dem Forschungsdaten liegen.
