Letzte Reise der Ariane-4 erfolgreich
Zum letzten Mal ist am Samstag eine europäische Trägerrakete des Typs Ariane-4 gestartet.
Um Punkt 8.00 Uhr hob die Rakete bei glasklarer Sicht vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ab. 20 Minuten später wurde der Kommunikationssatellit Intelsat 907 ausgesetzt.
Auf seiner geostationären Umlaufbahn 36.000 Kilometer über dem Äquator soll der beim Start 4,7 Tonnen schwere Satellit Intelsat 907 13 Jahre lang Internet- und Telefonverbindung sicherstellen.
Erleichterung bei den Betreibern
"Der Abschiedsflug ist reibungslos verlaufen", sagte Jean-Yves Le
Gall, Chef der Betreibergesellschaft Arianespace, erleichtert in
Kourou. In den vergangenen drei Tagen musste der Start wegen
schlechter Wetterbedingungen mehrmals aufgeschoben werden.
Mission Log Flight 159115 Starts in 15 Jahren
Am 15. Juni 1988 startete die dreistufige Trägerrakete Ariane 4 zu ihrem Jungfernflug.
In den vergangenen 15 Jahren hob sie bislang 115 Mal ab, dabei gab es lediglich drei Fehlstarts. Ariane 4 transportierte bislang 155 Satelliten sowie 27 andere Lasten.
Die Ariane 4 hat eine Höhe von bis zu 58 Metern, einen Durchmesser von 3,8 Metern und wiegt bis zu 470 Tonnen beim Start.
Sie kann nach dem Baukastenprinzip mit zwei oder vier Zusatzraketen ["Boostern"] mit Flüssig- oder Festtreibstoff bestückt werden und ist so flexibel für unterschiedliche Nutzlasten einsetzbar. Die größte und schubstärkste der möglichen sechs Varianten, die Ariane 44L, kann rund 4,7 Tonnen Nutzlast transportieren.
Transport höherer Nutzlasten erforderlich
Nach ihrem letzten Start wird Ariane 4 endgültig durch die
zweistufige Ariane 5 abgelöst. Das neue seit 1997 eingesetzte
Trägersystem kann eine noch größere Nutzlast transportieren. Um
wirtschaftlich zu bleiben, muss Ariane möglichst mehr als einen
Satelliten transportieren können.
Geschichte der Ariane-4Jungfernflug von Ariane-5 gescheitert
Als Nachfolger der Ariane 4 wird seit 1997 bereits schrittweise die Ariane-5-Trägerrakete eingesetzt. Die Ariane-5 bereitet der Europäischen Raumfahrtagentur [ESA] allerdings noch schwere technische Probleme.
Erst vor gut zwei Monaten musste die europäische Raumfahrt einen schweren Rückschlag einstecken, als der Jungfernflug der leistungsstärkeren Ariane-5-Plus-Rakete spektakulär scheiterte.
Die Trägerrakete mit einer Nutzlast von zehn Tonnen war am 11. Dezember 2002 kurz nach dem Start möglicherweise wegen eines Triebwerkschadens außer Kontrolle geraten und musste gesprengt werden. Zwei Telekommunikationssatelliten gingen dabei verloren.
An der genauen Untersuchung der Panne wird mit Hochdruck gearbeitet. Das Programm wurde vorläufig gestoppt.
Europas Raumfahrt in der Krise
Das Ariane-5-Desaster hat bereits schwerwiegende Folgen. Die eine
Milliarde Euro teure europäische Kometen-Mission "Rosetta" kann
jetzt frühestens mit einem Jahr Verspätung starten und muss einen
anderen Kometen ansteuern. Zusätzlich belastet der Absturz der
US-Raumfähre "Columbia" auch die europäische Raumfahrt.
EU-Prestigerakete wurde gesprengt
