Billige Linux-Desktops erst im Sommer
Sun Microsystems hat auf der Linux World in New York den weiteren Fahrplan für sein Linux-Desktop-Projekt "Mad Hatter" bekannt gegeben.
Die ersten Prototypen des als kostengünstige Alternative zu traditionellen PCs gedachten Desktops sollen "in diesem Frühjahr" erscheinen. Für den Massenmarkt wird das Gerät voraussichtlich im Sommer verfügbar sein.
Die Linux-PCs sollen aus Standardkomponenten bestehen und inklusive Monitor, Kreditkartenlesegerät und Softwarepaket rund 1.000 USD kosten.
Die Konzern-Konkurrenz hat auf der Messe unterdessen mit ihre Linux-Umsätzen angegeben: HP hat demnach rund um das OS [Software, Server und Dienstleistungen] 2002 rund zwei Mrd. USD umgesetzt, IBM rund 1,5 Mrd. USD.
Linux WorldAngeblich alles im Zeitplan
Die ersten Pläne für den Linux-Desktop hatte Sun bereits im vergangenen September verkündet. Damals war das Gerät allerdings noch für Frühjahr 2003 vorgesehen.
Trotzdem sieht sich Sun "im Plan" bei der weiteren Entwicklung des Projekts. Das Einsatzgebiet für "Mad Hatter" sind Unternehmensnetzwerke, wo PCs klassischerweise nur für Kommunikations- und Office-Anwendungen genutzt werden.
Bisher hatten solche Client-Lösungen allerdings nur einen sehr begrenzten Erfolg auf dem Markt.
"Mad Hatter" basiert nach den Plänen von Sun auf offenen Standards und Open-Source-Technologien wie Mozilla, Gnome und StarOffice. Das Gerät ist als Client-Lösung auf einen Server im Hintergrund angewiesen. Sun erhofft sich von diesem Ansatz, dass der Desktop mit einer sehr bescheidenen Hardwareausstattung auskommt.
Sun-StatementGroßkundenmarkt im Visier
Sun zielt mit "Mad Hatter" auf Großkunden wie Call-Center, Banken, Schulen und Behörden:
"Die wichtigsten Argumente für die Geschäftskunden sollen dabei die deutliche Kostenreduzierung und die Unabhängigkeit von Microsoft sein", heißt es in einem Sun-Statement.
Sun will die Rechner ab 100 Stück an Großkunden verkaufen, denen auch Wartungsverträge angeboten werden sollen, die ebenfalls günstiger als die Microsofts sein sollen.
Sun zielt mit seinem Angebot zweifellos auf einen Sektor ab, in dem die Bereitschaft für einen Betriebssystemwechsel vor allem aus Kostengründen derzeit hoch ist: So geht die deutsche Bundesregierung davon aus, dass Linux-Systeme schon bald zum führenden OS in der öffentlichen Verwaltung werden, und 2002 hat die norwegische Regierung bekannt gegeben, dass sie den bestehenden Vertrag für Software-Lieferungen mit Microsoft nicht verlängern wird.
Mit billigen Linux-PCs gegen Microsoft
