Bloomberg gegen radikales Handyverbot
Wer sich in New Yorks Kinos, Theatern oder Museen durch das Klingeln von Handys gestört fühlt, solle lieber "Psst!" zischen anstatt geich nach der Polizei zu rufen.
Mit dieser Bemerkung machte Bürgermeister Michael Bloomberg von seinem Vetorecht Gebrauch, um einen Gesetzesentwurf abzuwehren, der den Handygebrauch bei öffentlichen Veranstaltungen unter Strafe stellen will.
Nach Vorstellungen des New Yorker Stadtrats soll als Beitrag zur "Verbesserung der Lebensqualität" das Telefonieren in Konzerten, Kinos, Theatern, Vorlesungen, Tanzvorführungen, Museen, Bibliotheken und Galerien verboten werden.
Lediglich bei Sportveranstaltungen soll es noch erlaubt sein, sein Handy zu nutzen. Eine Ausnahme gelte auch für Notfälle.
Handyfreie Zonen in italienischen Zügen
Auch in Italien soll es allzu redseligen Handybenützern, die
damit ihre Mitmenschen nerven, zumindest in Personenzügen bald an
den Kragen gehen. Im römischen Parlament wurde eine Gesetzesvorlage
eingereicht, welche die Einführung von "handyfreien" Waggons auf
ICE-Zügen vorsieht.
Handy-Sperrzonen in Zügen geplant"Nicht alles muss gesetzlich geregelt werden"
Solange es nicht um Gefahren für die Gesundheit gehe, wie zum Beispiel beim Rauchen in Gaststätten, müssten in New York "nicht alle Verhaltensstandards durch Gesetze geregelt werden", erklärte der konservative Bürgermeister.
Verhindern kann Bloomberg das Gesetz jedoch nicht, da er bei einer deutlichen Mehrheit des Stadtrates überstimmt wird. Für Handygespräche am falschen Ort sind dann Geldstrafen von umgerechnet 50 Euro vorgesehen.
Bereits beim Gesetzesvorschlag waren 40 Stadträte für die Gesetzesnovelle und nur neun dagegen. Wann die entscheidende Abstimmung stattfinden soll, ist noch nicht bekannt.
