03.01.2003

ITALIEN

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Handy-Sperrzonen in Zügen geplant

Für die gesprächslustigen Italiener droht das Telefonieren mit Handys in Zügen immer schwerer zu werden.

Im römischen Parlament wurde diese Woche ein Gesetzesvorhaben eingereicht, mit dem man Bahnreisende vor dem Handyläuten und den Telefongesprächen anderer Passagiere schützen will.

Demnach sollen in ICE-Zügen Waggons eingeführt werden, in denen das Telefonieren verboten ist, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" in ihrer Freitag-Ausgabe.

Bahn begrüßt Projekt

Die Bahnen scheinen an dem Projekt interessiert zu sein, da täglich Beschwerden über ungezogene Mobiltelefonierer eintreffen. Die Erfahrung zeige, dass Handybesitzer im Falle eines Anrufs nicht immer auf den Gang gingen, um in Ruhe zu telefonieren, betonte ein Sprecher der italienischen Bahnen.

Die wenigsten Fahrgäste stellen den Klingelton im Zug leiser. Immer mehr Passagiere fühlen sich vom Geschwätz der Telefonierenden belästigt.

Auch die Regierung zeigte sich mit der Einführung von so genannten Ruhewagen, in denen die Benutzung von Mobiltelefonen unerwünscht ist, einverstanden.

Mehr Handys als Italiener

Italien ist das "handyfreudigste" Land der EU. Bis 2005 wird es in Italien mehr Handys als Einwohner geben. Laut einer Studie der römischen Universität Luiss wird es in Italien 58,6 Millionen aktive Mobilfunknummern geben, während die Zahl der Italiener stabil bei 56,3 Millionen bleiben soll.

Während sich die Italiener weniger für Internet und PCs begeistern, ist das Handy von einem Kultobjekt zu einem Massenprodukt geworden, dessen Erfolg nicht abklingt.

Die Soziologen erklären diesen Trend mit der starken Kontaktfreudigkeit und Gesprächigkeit der Italiener, die den hohen Tarifen trotzen. Die Italiener wechseln im Durchschnitt ihr Handy ein Mal pro Jahr und schaffen sich stets neue, fantasiereichere Modelle an.