Vivendi weiter in Turbulenzen
Dem französischen Medienkonzern Vivendi Universal droht eine Herabstufung des Ratings durch Agenturen wie Moody¿s und S&P.
Dadurch würde es für den hoch verschuldeten Konzern noch teurer werden, an frisches Kapital zu gelangen, weil höhere Zinsen gezahlt werden müssten.
Deshalb muss Vivendi auch 2003 Assets verkaufen. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Rating von Vivendi auf "Ramsch"-Niveau [Junk] gesenkt. Bis zum ersten Quartal 2004 will der Konzern wieder den "Investment Grade" erreichen.
Vivendi Universals verwirrende GeschäfteStrategie unklar
Der Schuldenberg ist mit Jahresende 2002 laut einer Schätzung des Analysten J.P. Morgan auf 14,2 Mrd. Euro verkleinert worden. Das reiche aber nicht aus, um eine Senkung des Ratings zu verhindern, wenn nicht noch in der ersten Jahreshälfte weitere Schritte erfolgen.
Eine Aktualisierung der finanziellen Situation wird vom Konzern noch in dieser Woche erwartet.
Analysten sind sich nach wie vor im Unklaren über die Strategie von Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou. Die künftige Form des Unternehmens sei derzeit nur schwer einzuschätzen.
Fourtou will 2003 Telekom-Beteiligungen in Marokko, Polen und Ungarn verkaufen, was etwa zwei Mrd. Euro bringen dürfte. Weitere zwei Mrd. Euro bringt der Restanteil bei Vivendi Environment. Unklar ist allerdings die Zukunft des US-Unterhaltungsgeschäfts, zu dem das größte Musiklabel der Welt, Universal Music Group, und die Universal Studios gehören. Auch ob Vivendi mit Cegetel, dem zweitgrößten Mobilfunkunternehmen Frankreichs, im Telekom-Geschäft bleibt, ist nicht sicher.
